Egal, ob Sie Compliance-Schulungen, Onboarding-Kurse oder fachliche Fortbildungen erstellen, die Sicherheit der Teilnehmerdaten hat immer Priorität. Eine sichere Online-Lernplattform schützt nicht nur sensible Daten vor unbefugtem Zugriff, sie gewährleistet auch eine reibungslose Lernerfahrung.
Wie finden Sie jetzt heraus, wie sicher eine Lernplattform ist? Die 8 Sicherheitskriterien, nach denen Sie bei der Wahl Ihrer Plattform die Augen aufhalten sollten, nennen wir Ihnen gleich. Klären wir aber zuerst mal:
Wann und wie werden personenbezogene und andere sensible Daten von Lernplattformen verwendet?
Im Detail unterscheiden sich die Tools natürlich, aber die allermeisten Autorentools verwenden Nutzerdaten, um Nutzerkonten zu erstellen, die Lernerfahrung zu personalisieren, Fortschritt zu messen und die Produkte und Dienste zu verbessern. Hierzu ein paar Beispiele:
- Personenbezogene Daten: Namen, Arbeitgeber, Stellenbezeichnung und E-Mail-Adresse müssen oft angegeben werden, um sich für die Nutzung der Lernplattform zu registrieren, ein Abonnement abzuschließen und/oder den Kundendienst zu kontaktieren.
- Nutzungsdaten: Daten, die den Besuch von Websites und die Nutzung von Diensten protokollieren, werden oft verwendet, um die Nutzung zu personalisieren und eben diese Webseiten und Dienste zu verbessern. Daten, die hierunter fallen, sind die IP-Adresse, den Namen des Providers, Zugriffszeiten, Browser-Typ und -Sprache, besuchte Seiten, Navigationsverhalten und Referral-Daten.
- Plattform-Aktivitätskennzahlen: Hier werden Kennzahlen zur Nutzung bestimmter Funktionen, Aufrufhäufigkeit, Fehlerberichte zur Verbesserung der Funktionen und zur Fehlerbehebung erhoben.
Was macht eine Lernplattform sicher? 8 Funktionen, die Ihre Plattform haben sollte
Die Entscheidung für bzw. gegen eine Lernplattform sollten Sie nicht ausschließlich von Dingen wie Funktionsumfang und Preis abhängig machen. Es geht auch um Vertrauen. Denn Compliance mit relevanten Datenschutzbestimmungen ist nicht auf die leichte Schulter zu nehmen. Beachten Sie also bei Ihrer Wahl der Lernplattform am besten die folgenden 8 Punkte.
1. Compliance mit relevanten Datenschutzbestimmungen
Eine vertrauenswürdige E-Learning-Plattform erfüllt die Anforderungen von internationalen Datenschutzbestimmungen, denn nur so kann sie gewährleisten, dass mit den Teilnehmerdaten sorgfältig und gewissenhaft umgegangen wird. Je nach Region relevante Vorschriften sind z. B.:
- DSGVO (Europa)
- CCPA (Kalifornien)
- SOC 2 Type II, ISO 27001 (internationale Informationssicherheitsnorm)
- ISO 27701 (internationale Datenschutznorm)
- ISO 42001 (internationale Norm zum Einsatz von KI-Systemen)
Wenn Ihre Lernplattform diese Vorschriften einhält, können Sie sicher sein, dass sensible Daten kontrolliert und sicher erhoben, verarbeitet und gespeichert werden – und das bei voller Transparenz. Ein SaaS-Anbieter, der diese Vorschriften einhält, wird auch regelmäßig Sicherheitsaudits und Pentests durchführen, um die Sicherheitsarchitektur auf Schwachstellen und potenzielle Gefahren zu prüfen.
2. Verschlüsselung der Datenübermittlung sowie ruhender Daten
Eine robuste Ende-zu-Ende-Verschlüsselung schützt sensible Daten vor unbefugtem Zugriff. Achten Sie darauf, dass die Plattform mindestens AES-256-Verschlüsselung für ruhende (auf Servern gespeicherte) Daten und TLS 1.2 für die Datenübermittlung (innerhalb und zwischen Netzwerken) verwendet. So sind Daten wie Benutzernamen, Passwörter, Lern- und Absolvierungsdaten zuverlässig vor Hackerangriffen geschützt.
3. Rollenbasierter Zugriff und PoLP
Administratoren, Kursleiter und Lernende sollten verschiedene Zugriffsrechte haben. So sollte jeder Benutzer nur die Daten einsehen bzw. bearbeiten und nur auf die Einstellungen Zugriff haben, die für seine Rolle relevant sind. Wird PoLP (Principle of Least Privilege) angewendet, senkt das noch einmal das Risiko unbefugten Datenzugriffs oder -abflusses. Das wird besonders wichtig, wenn es um vertrauliche Mitarbeiterdaten oder Geschäftsgeheimnisse geht.
4. Einmalanmeldung und Multifaktor-Authentifizierung
Die Technologien Einmalanmeldung (SSO, für „Single sign-on“) und Multifaktor-Authentifizierung (MFA) stellen weitere Schutzmechanismen für Zugangsdaten dar. Mit SSO können Lernende sich mit ihren bestehenden Zugangsdaten – z. B. ihrem Google-, Microsoft- oder Okta-Konto – an der Plattform anmelden und so das Risiko reduzieren, dass sie Passwörter vergessen oder unsichere wählen. MFA ist eine weitere Sicherheitsschicht; sie bedeutet, dass sich Lernende außer mit Benutzernamen und Passwort noch auf eine zweite Weise authentifizieren müssen, z. B. über einen Einmal-Code, der per E-Mail oder SMS versand wird oder mit einer Authentifizierungs-App erzeugt wird.
5. Serverstandort and Hosting-Transparenz
Gesetzliche Vorschriften wie die DSGVO verlangen, dass Daten in bestimmten Ländern oder Regionen gehostet werden – sehen Sie also nach, wo die Lernplattform ihre Server stehen hat. Vertrauenswürdige SaaS-Anbieter legen dar, wo ihre Rechenzentren stehen und/oder lassen ihre Kunden wählen, in welcher Region Daten gespeichert werden sollen. Informieren Sie sich auch, ob die Plattform Cloud-Dienste von Drittanbietern einsetzt (z. B. AWS, Azure, Google Cloud). Wenn je, vergewissern Sie sich, ob diese Drittanbieter Ihren Sicherheitsanforderungen genügen.
6. Sichere APIs und Integrationstools
Viele E-Learning-Plattformen bieten Integrationen mit Learning-Management-, Personalverwaltungs- oder Kundenpflegesystemen oder anderen Anwendungen an. Das erweitert natürlich den Funktionsumfang, kann aber auch Sicherheitsrisiken bergen. Vergewissern Sie sich am besten, dass die angebotenen APIs sicher sind, d. h. Technologien wie Authentifizierungstokens, Verschlüsselung, Durchsatzbegrenzung und IP-Whitelisting einsetzen, um unbefugten Zugriff zu verhindern.
7. Sicherheitskopien und Notfallwiederherstellungspläne
Absolute Sicherheit gibt es nicht. Und es müssen gar nicht mal Cyberangriffe sein; auch versehentliches Löschen oder Systemausfälle können zu Datenverlust führen. Vergewissern Sie sich deshalb, dass Ihre E-Learning-Plattform regelmäßig verschlüsselte Sicherheitskopien anlegt und einen robusten Notfallwiederherstellungsplan hat. So können Kurse, Teilnehmerdaten und andere geschäftskritische Daten im Notfall wiederhergestellt werden.
8. Privatsphäre-Einstellungen und Rechte der Nutzer an ihren Daten
Eine vertrauenswürdige Lernplattform bietet ihren Benutzern Transparenz und gibt ihnen die Möglichkeit, zu bestimmen, wie ihre Daten erhoben und verarbeitet werden. Dazu gehören:
- Datenportabilität: Die Benutzer können ihre Daten herunterladen und auf eine andere Plattform übertragen.
- Recht auf Vergessen: Benutzer können verlangen, dass ihre personenbezogenen Daten gelöscht werden.
- Opt-out-Recht: Benutzer haben die Möglichkeit, nicht-essenziellen Formen der Datenerhebung und -verarbeitung zu widersprechen.
Fazit
Cybergefahren werden Sie nie ganz ausschalten können, aber mit der richtigen E-Learning-Plattform und robusten Sicherheitsmechanismen können Sie viel für die Sicherheit Ihrer Daten und der Ihrer Benutzer tun. Dazu gehören Compliance-Zertifizierungen, Ende-zu-Ende-Verschlüsselung, gestaffelte Zugriffsrechte, sichere Authentifizierungsverfahren, Hosting-Transparenz, sichere APIs und Integrationen, automatische Sicherheitskopien, wohldefinierte Notfallwiederherstellungspläne und benutzerfreundliche Privatsphäreeinstellungen.
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