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9 Überlegungen zur Auswahl des richtigen E-Learning-Autorentools

9 Überlegungen zur Auswahl des richtigen E-Learning-Autorentools
E-Learning-Autorentools

Es gibt so viele verschiedene E-Learning-Autorentools auf dem Markt, dass es für Neueinsteiger (und sogar jemanden mit ein paar Jahren Erfahrung) oft schwierig ist, die Software zu finden, die für die eigenen Bedürfnisse am besten geeignet ist. Eines der Geheimnisse für erfolgreiche E-Learning-Projekte ist die Auswahl des richtigen Tools. Es muss den Bedürfnissen der Kursentwickler und auch denen der Lernenden entsprechen. Hinzu kommen die Anforderungen der Lernplattform, des sog. Learning Management Systems (LMS). Es gibt eine Menge zu beachten, und jedes Projekt und jede Organisation hat eigene, spezielle Anforderungen.

Sehen wir uns zunächst die drei Hauptkategorien von E-Learning-Autorentools an:

  • Web-Anwendungen,
  • eigenständige (Rechner-basierte) Software und
  • PowerPoint-Plug-ins.

Welche Art von E-Learning-Tool für Sie am besten passt, hängt von einer Vielzahl von Faktoren ab. Bevor Sie eine Entscheidung treffen, sollten Sie die folgenden 9 Überlegungen anstellen:

1. Welches Budget steht Ihnen zur Verfügung?

Natürlich müssen Sie die Höhe Ihres Budgets bei der Auswahl eines geeigneten Tools berücksichtigen. Allerdings sollten Sie genau prüfen, was im Gesamtpreis enthalten ist:

  • Welche Funktionen bietet die Software?
  • Sind Audio-Aufnahmetools integriert?
  • Beinhaltet das Angebot kostenlose Ressourcen wie Kursvorlagen, Bilder, Illustrationen oder Figuren?
  • Gibt es eine einfache Möglichkeit, Feedback Ihrer Stakeholder und Fachexperten für Ihre erstellten Kurse einzuholen?
  • Wird technische Unterstützung angeboten?
  • Können Sie mithilfe von Tutorials und unterstützende Ressourcen einen schnellen und einfachen Einstieg in die Software bekommen?
  • Gibt es User-Gruppen oder eine Community von Nutzern, an die Sie sich bei Fragen wenden können?

Sehen Sie sich genau an, was Sie für Ihr Geld bekommen. Berücksichtigen Sie dabei auch, wie viel Zeit Sie längerfristig mit der richtigen Lösung sparen können – Zeit ist schließlich Geld.

2. Wie einfach ist es zu verwenden?

Überlegen Sie sich, wie viel Zeit Sie haben, um sich mit dem Tool vertraut zu machen.

  • Sollen Sie direkt damit arbeiten oder haben Sie ein paar Wochen Zeit, sich mit der Software zu beschäftigen?
  • Sind Sie eine technisch versierte Person, die schnell neue Programme lernt, oder braucht es in der Regel etwas Zeit, bis Sie sich zurechtfinden?
  • Welche Ressourcen stehen Ihnen zur Verfügung (Tutorials, Vorlagen …)?
  • Sollten Sie ein Problem haben, gibt es einen technischen Support? Und wenn ja, kostet dieser extra?

3. Sind Testversionen verfügbar?

Die meisten E-Learning-Softwarehersteller bieten eine kostenlose 30-Tage-Testversion mit vollem Funktionsumfang an, damit potenzielle Kunden die Software testen können und ein Gefühl für die Benutzeroberfläche, die Funktionen und Möglichkeiten der Software bekommen, bevor sie eine endgültige Kaufentscheidung treffen. Sie sollten diese Möglichkeit auf jeden Fall nutzen, um die verschiedenen Autorentools aus eigener Erfahrung beurteilen zu können.

Mein Vorschlag: Entwickeln Sie in jedem Autorentool, dass für Ihre Zwecke infrage kommen könnte, einen 5-seitigen Minikurs mit einer Übung. Auf diese Weise können Sie schnell herausfinden, welches Tool am einfachsten zu erlernen und zu bedienen ist. Sollte ein Prozess in dem einen Tool drei Klicks und in dem anderen zehn Klicks benötigen, werden Sie sich wahrscheinlich für die einfachere Option entscheiden.

Testversionen sind eine gute Möglichkeit, eine Software kennenzulernen, bevor Sie Ihr Geld investieren. Bevor Sie sich die Testversion herunterladen, reservieren Sie am besten ein Zeitkontingent in Ihrem Kalender, damit Sie den Testzeitraum auch wirklich ideal nutzen können.

4. Entwickeln Sie lineare oder nichtlineare E-Learning-Kurse?

Wie viel Interaktivität möchten Sie in Ihren E-Learning-Kursen haben? Planen Sie einfache, lineare Online-Kurse nach dem Schema „Einfach durch die Seiten klicken“? Wenn ja, dann kann eine einfache Anwendung wie zum Beispiel Rise 360 die richtige Lösung für Sie sein. Wenn Sie allerdings nichtlineare Kurse planen, also solche mit interaktiven Szenarien und Verzweigungen, sollten Sie ein Autorentool wählen, das Ihnen diese Vielfalt an Interaktionen und Designs ermöglicht, zum Beispiel Storyline 360.

5. Möchten Sie Software-Simulationen aufzeichnen?

Ist in dem Autorentool ein Bildschirm-Rekorder integriert? Können Sie einzelne Schritte/Folien in einer Bildschirmaufnahme bearbeiten? Können Sie Anmerkungen oder Hervorhebungen während der Aufnahme hinzufügen? Wenn Sie viele Software-Aufzeichnungen und auf Simulation basierende Trainings erstellen werden, brauchen Sie ein Programm, mit dem Sie diese Aufnahmen einfach umsetzen können und bei dem Sie nur wenig Zeit für die Nachbearbeitung benötigen. Laden Sie sich eine Demoversion herunter und testen Sie das Aufnahmetool, um zu sehen, ob es die Anforderungen Ihres Projekts erfüllt.

6. Kann Mobile-Learning problemlos integriert werden?

Viele Kursteilnehmer möchten über mobile Endgeräte auf die E-Learning-Inhalte zugreifen. Das kann insofern eine Herausforderung sein, als sich diese Geräte in Größe, Auflösung und der Fähigkeit, Flash-Animationen abzuspielen, unterscheiden. Multi-Device E-Learning ist hier das Schlagwort. Wie werden die E-Learning-Inhalte auf mobilen Geräten dargestellt? Wird die Darstellung der Inhalte vom Autorentool automatisch an unterschiedliche Geräte angepasst (Responsives Design) oder müssen Sie für unterschiedliche Bildschirmgrößen eigenhändig separate Versionen des Kurses erstellen? Können Sie Ihre Kurse in HTML5 veröffentlichen? Bei Ihren Autorentool-Tests sollten Sie sich anschauen, wie Ihr Testkurs auf verschiedenen mobilen Endgeräten aussieht und funktioniert.

7. Wie sieht die Integration mit einem LMS oder anderen Anwendungen aus?

Überlegen Sie, auf welche Weise Sie Ihre E-Learning-Inhalte veröffentlichen möchten. Das Autorentool sollte verschiedene Formate unterstützen. Für die Veröffentlichung über ein LMS brauchen Sie ein Tool, das die Inhalte SCORM-, AICC- oder TinCan-kompatibel aufbereitet und abspeichert. Versuchen Sie zu ermitteln, wie Ihre Lernenden auf Ihre Kurse zugreifen werden, um sicherzustellen, dass es mit dem Autorentool machbar ist, das Sie in die engere Auswahl genommen haben.

8. Wird die Software potenzielle Bedürfnisse in der Zukunft bedienen können?

Natürlich liegt es nahe, ein Autorentool aufgrund der Anforderungen aktueller Projekte auszuwählen. Berücksichtigen Sie aber auch, welche Art von Projekten in Zukunft auf Sie zukommen könnten. Sie werden als E-Learning-Entwickler erfahrener werden, und auch die Erwartungen in Ihrem Unternehmen werden steigen. Da stellt sich die Frage: Könnten mit dem Autorentool auch komplexere E-Learning-Kurse erstellt werden? Halten Sie sich solche Möglichkeiten offen, wenn Sie sich heute für ein Autorentool entscheiden.

9. Gibt es eine Support-Community?

Sie investieren wertvolle Zeit und einiges an Geld in Ihr neues E-Learning-Autorentool. Deshalb ist es wichtig, dass Sie technische Unterstützung und Zugriff auf eine Experten-Community haben, wenn Sie auf ein Problem stoßen oder Hilfestellungen benötigen. Eine gute Community kann einen großen Unterschied machen, wenn Sie ein neues Programm lernen oder neue Ansätze für E-Learning testen möchten. Darüber hinaus werden in einer guten Community Beispiele und Tipps für die Entwicklung von E-Learning ausgetauscht. Eine solche (englischsprachige) Community gibt es mit den E-Learning Heroes. In vielen Gegenden gibt es sogar User-Gruppen, in denen Sie sich mit aktiven Anwendern austauschen können.

Fazit

Was Sie bei diesen Überlegungen immer berücksichtigen sollten: Ihre E-Learning-Entwicklung sollte immer auf einem guten didaktischen Konzept und pädagogischen Prinzipien fußen. Autorentools helfen Ihnen dann, dieses Konzept und diese Prinzipien zum Leben zu erwecken und intuitive, ansprechende und effektive E-Learning-Kurse zu entwickeln.

 

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