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Simple Tipps für KI-Illustrationen in E-Learning-Kursen

Simple Tipps für KI-Illustrationen in E-Learning-Kursen

Letzte Woche haben wir von Tom Kuhlmanns Experimenten berichtet, mit KI-Tools wie Midjourney Illustrationen von Figuren für E-Learning-Kurse zu erstellen. Heute kommt er wieder zu Wort und verrät uns ein paar grundlegende Tipps und Erkenntnisse, die er im Laufe der Zeit gesammelt hat:

Alles beginnt mit dem Prompt

Was Sie vor allem brauchen, um sich passende Bilder erzeugen zu lassen, sind die richtigen Prompts. Das Problem bei KI ist, dass Sie nie wissen, was Sie ausgespuckt bekommen. Und wenn Sie einmal ein passendes Bild bekommen haben, ist längst nicht klar, ob das beim nächsten Mal auch so klappen wird. Bei der Prompt-Formulierung gehe ich so vor:

  • Ich fange meist ganz simpel an und versuche, nicht zu spezifisch zu formulieren. So bekomme ich einen guten Ausgangspunkt.
  • Ich sehe mich auch in der KI-Community um, und wenn ich Bilder finde, die mir gefallen, versuche ich, die Prompts zu imitieren, und gucke, was ich dann für Ergebnisse bekomme.
  • In meine Prompts baue ich meist eine Figur, eine Handlung und den Stil ein. Je nach Anwendungsfall erwähne ich vielleicht auch einen Ort oder andere Details, die mehr Kontext bieten.

Die Figur

Bias ist etwas, woran alle KI-Sprachmodelle leiden. Wenn ich z. B. Geschäftsmann eingebe, werde ich zu 99 % hellhäutige Figuren im Anzug bekommen. Warum die helle Haut? Warum der Anzug? Diese Problematik müssen Sie immer im Hinterkopf behalten.

Trotzdem beginne ich meist mit etwas Allgemeinem wie „Geschäftsmann“. Der weiße Mann im Anzug kann trotzdem als Startpunkt dienen. Wenn mir der grundsätzliche Look gefällt, kann ich den Prompt immer noch spezifizieren. Hier noch ein paar Tipps für den ersten Entwurf:

  • Probieren Sie es mit einer Altersangabe. Ich habe mit „40-jährig“ gute Erfahrungen gemacht.
  • Wie die Figur genau aussieht, ist erst mal egal. Wichtiger ist, dass Sie konsistente Ergebnisse bekommen.
  • Inzwischen gibt es unzählige Videos zum Thema Promptformulierung. Je mehr Sie ausprobieren, desto besser werden Sie formulieren.
  • Irgendwann sage ich mir: „Das ist erst mal gut genug.“ Mit der KI zu spielen macht Spaß, klar, aber die Gefahr ist groß, sich stunden- oder gar tagelang im Herumprobieren zu verlieren.

Hier sehen Sie meine ersten Ergebnisse. Damit kann man auf jeden Fall anfangen.

AI businessman prompt

 

Die Handlung

Wenn Sie Handlungsbeschreibungen einbauen, bekommen Sie verschiedene Posen der Figur. Auch hier halte ich es am Anfang erst mal schlicht.

  • Wörter wie „gestikulierend“ bringen oft sehr verschiedene Posen hervor.
  • Auch Emotionen bzw. Zustände wie „verärgert“, „verwirrt“ oder „begeistert“ verändern die Pose und die Mimik.
  • Oder Beschreibungen wie „mit verschränkten Armen“ oder „Händen in die Hüfte gestemmt“.
  • Auch hier gilt wieder: Probieren geht über Studieren.

Sehen Sie selbst, wie unterschiedlich die Ergebnisse ausfallen, wenn Sie nur einzelne Wörter im Prompt ändern.

confused AI businessman prompt

angry AI businessman

businessman AI arms crossed illustration

AI illustration hands on hips

Sicher ist Ihnen aufgefallen, dass sich nicht nur die Pose, sondern auch der Stil verändert hat, zum Teil drastisch. Auch stimmt die tatsächliche Pose der Figur nicht immer mit dem Prompt überein. Bei „hands on hips“ (Hände in die Hüfte gestemmt) ist trotzdem eine Figur mit verschränkten Armen herausgekommen. Und bei den verschränkten Armen ist nicht die ganze Figur zu sehen, sondern nur der Oberkörper. Damit müssen Sie einfach leben.

Je mehr Erfahrung Sie im Formulieren von Prompts bekommen, desto besser und zuverlässiger werden Ihre Ergebnisse.

Der Stil

Wie oben erwähnt, kann es manchmal schwierig sein, einen einheitlichen Stil zu bekommen. Hier hängt viel davon ab, wie Sie die Prompts genau formulieren.

  • Wenn ich illustrierte Figuren möchte, sollten sie einen einheitlichen Stil haben und keinen Hintergrund.
  • Meinen Lieblingsstil bekomme ich mit „flat vector illustration“. Das passt für die meisten E-Learning-Kurse.
  • Auch die Konsistenz ist gut mit diesem Prompt-Element. Die Figuren sind vielleicht nicht immer dieselben, passen sie immerhin gut genug zueinander.
  • Wenn ich mal einen anderen Look will, verwende ich gern „im Stil von X“. X kann dabei z. B. ein bestimmter Künstler sein.

AI prompt description with different style

AI prompt description with different style Burton

Wie Sie oben sehen, liefern Stilbeschreibungen deutlich einheitlichere Ergebnisse.

Extratipp zum Illustrationsstil: Hintergrund entfernen

Das KI-Bild ist immer nur der Anfang. Oft müssen Sie Details wie Gesicht oder Hände noch nachbearbeiten. Ein wichtiger Punkt ist aber ein transparenter Hintergrund, damit sich die Figur überall einbauen lässt.

„Weißer Hintergrund“ funktioniert etwa in 90 % der Fälle. Hier sehen Sie die Ergebnisse desselben Prompts von oben („hands on hips“) mit dem Zusatz „white background“.

AI illustration white background

Bias von KI-Tools aushebeln

Oben hatte ich das Problem des Bias schon angesprochen. Bias betrifft Aspekte wie Geschlecht, Hautfarbe, aber z. B. auch den Kleidungsstil. Hier können Sie aber zum Glück nachsteuern. Wenn ich Bilder in einem Stil bekomme, der mir grundsätzlich gefällt, füge ich weitere Beschreibungen ein, um unterschiedlichere Figuren zu bekommen.

diverse AI illustrated characters

Was wir auch nicht vergessen dürfen, ist unser eigener Bias. Wenn ich eine Figur für passend oder nicht passend halte, hängt das oft davon ab, welches Bild ich unterbewusst von der Figur und dem, was sie darstellen soll, im Kopf habe.

Fazit

Das sind meine grundlegenden Tipps zur KI-Bilderzeugung für E-Learning-Kurse. In einem der nächsten Posts werde ich tiefer ins Detail gehen und Ihnen ein paar meiner Tricks und Geheimnisse verraten, wie ich mir Zeit spare und wie ich die erzeugten Bilder weiter bearbeite.

Sehen Sie sich auch gerne die kostenlosen Figuren an, die ich auf E-Learning Heroes hochgeladen habe. Dort finden Sie auch noch viele andere Beispiele.