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Aufheben oder aufgeben? Wie Sie entscheiden, ob Sie einen alten E-Learning-Kurs wiederbeleben oder nicht

Aufheben oder aufgeben? Wie Sie entscheiden, ob Sie einen alten E-Learning-Kurs wiederbeleben oder nicht

Wer wurde nicht schon einmal von einem Vorgesetzten oder Kunden gefragt „Könnten Sie diesen E-Learning-Kurs bitte auf den neuesten Stand bringen?“? Und wer sieht sich in dieser Situation nicht regelmäßig vor der Antwort „Kommt darauf an.“? Denn bevor man zusagt, einen alten Kurs zu aktualisieren, gibt es einiges zu bedenken. E-Learning-Kurse funktionieren, wenn in ihnen relevante Inhalte auf angemessene Gestaltungsmethoden treffen. Oft transportieren sie auch das Image und/oder die Kultur eines Unternehmens oder einer Marke. Die Entscheidung, einen älteren Kurs zu aktualisieren oder nicht, ist also keineswegs trivial.

Wenn die Zeit drängt, ist man schnell versucht, den Weg des geringsten Widerstands zu gehen und den alten Kurs einfach noch mal zu veröffentlichen. In manchen Fällen muss man auch nur ein paar Formulierungen auf den neuesten Stand bringen. In anderen aber wäre so Vieles zu ändern, dass man schneller einen neuen Kurs erstellt hätte.

Aber gibt es denn Kriterien, anhand derer wir einigermaßen zuverlässig entscheiden können, ob es sich lohnt, einem alten E-Learning-Kurs neues Leben einzuhauchen? Wir glauben schon. Und sechs Stück davon möchten wir in diesem Artikel besprechen.

1. Kursnavigation und Links

Das Wichtigste zuerst: Der Kurs muss technisch funktionieren, sonst kann niemand etwas damit anfangen. Deshalb gilt es zunächst, die Weiter- und Zurück-Schaltflächen zu testen, ebenso wie die Menüs und anderen Navigationselemente. Auch die Links müssen auf die richtigen (internen und externen) Ziele verweisen. Wenn alles reibungslos funktioniert, wunderbar. Wenn nicht:

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Sie einfach den eingebauten Player aktivieren und die On-Screen-Schaltflächen entfernen können. die Navigation speziell für ein Szenario erstellt wurde und nicht vom Player übernommen werden kann.

Wenn Sie sich dafür entscheiden, den Kurs neu aufzusetzen, gehen Sie dennoch die folgenden Punkte durch, um keine Aspekte zu übersehen, die außer der Navigation sonst noch aktualisiert werden müssen!

2. Einsatzfrequenz

Eine Softwareschulung, auf die Vertriebsmitarbeiter täglich zugreifen, ist ohne Frage unternehmenskritisch. Sie komplett neu aufzusetzen, ist vermutlich keine gute Idee. Denn das kann dauern, und einzelne Updates müssen wahrscheinlich umgehend eingefügt werden. Hier können inkrementelle Aktualisierungen gut funktionieren.

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der Kurs durchgehend im Einsatz ist. Hier ist schnell wichtiger als perfekt. Außerdem stehen die Chancen gut, dass die Inhalte recht aktuell sind, da der Kurs so häufig verwendet wird. Wenn langfristig doch nichts an einer Komplettüberarbeitung vorbeiführt, könnten Sie kritische Updates Stück für Stück einfügen, während Sie im Hintergrund an einer neuen Version arbeiten. der Kurs nur selten gebraucht wird. Solche Kurse veralten schnell. Und wenn sie selten gebraucht werden, ist es auch kein Problem, die Zeit für einen Neuanfang zu investieren.

3. Veralteter Inhalt

Kurse zu dynamischen Themen – wie den Corona-Sicherheitsvorschriften – veralten extrem schnell. Wenn der Inhalt überhaupt nicht mehr zeitgemäß ist, macht ein Neuanfang vermutlich weniger Arbeit als eine Aktualisierung. Aber schauen Sie genau drauf, was veraltet ist. Wenn es nur Bezeichnungen sind (Unternehmen, Marken, Produkte), lassen sie sich in der Regel schnell und einfach suchen und ersetzen. Wenn die Unterschiede aber weitreichender sind und z. B. die gesamte Unternehmensstruktur oder Markenausrichtung betreffen, lohnt sich eine Überarbeitung eher nicht.

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sich die veralteten Inhalte schnell durch „Suchen und Ersetzen“ aktualisieren lassen.

Profitipp: In Rise 360 können Sie mit der Tastenkombination Strg+F die aktuell angezeigte Seite durchsuchen. In Storyline gibt es zusätzlich eine Ersetzen-Funktion.

der Inhalt insgesamt nicht mehr geltenden Vorschriften oder dem Unternehmens- oder Markenimage entspricht.

Wenn Sie den Kurs neu aufsetzen, überlegen Sie sich gut, welches Autorentool Sie dafür verwenden. Wenn es ein Kurs ist, der regelmäßig aktualisiert werden muss, bietet sich z. B. Rise 360 an.

4. Menge des Inhalts

Ältere E-Learning-Kurse, besonders solche mit Compliance-Themen, sind oft lang und inhaltsschwer. Wenn das bei Ihrem Projekt der Fall sein sollte, könnten Sie den alten Kurs in zwei oder drei kürzere Kurse aufteilen. Das geht leider nicht bei allen Kursen.

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der Inhalt immer noch zu den Lernzielen passt und sich sinnvoll in Teilbereiche aufteilen lässt. der Inhalt nicht mehr zu den Lernzielen passt oder (zumindest teilweise) überflüssig geworden ist.

5. Optische Gestaltung

Marken haben ein ganz bestimmtes Erscheinungsbild. Schriftart, Farben, Logos … all das wird sehr präzise wahrgenommen und eng mit der Marke verknüpft. Das aktuelle „Gewand“ einer Marke muss auch in E-Learning-Kursen zum Ausdruck kommen. Je nach der Struktur des alten Kurses kann es aber erheblichen Aufwand bedeuten, die Optik an den aktuellen Stil anzupassen.

Wenn der Kurs Folienmaster verwendet oder in Storyline 360 mit einer Medienbibliothek erstellt wurde, lassen sich Logos, Bilder und Farbschemata einfach austauschen. Wenn er mit Rise 360 erstellt wurde, können Sie Logos, Farben und Schriftarten einfach in den Einstellungen ändern. Wenn jedoch jede Folie ihre eigene Farbpalette und Schriftart hat, wird es schneller gehen, wenn Sie den Kurs in Rise 360 neu erstellen. Oder in Storyline 360 die Medienbibliothek nutzen.

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der Kurs die Medienbibliothek oder Folienmaster verwendet. ODER wenn er in Rise 360 erstellt wurde. jede Folie ihre eigene Gestaltung hat und einzeln von Hand aktualisiert werden müsste.

6. Aufwand

Unterm Strich hängt die Entscheidung, ob Sie einen E-Learning-Kurs aktualisieren oder neu aufsetzen, schlicht davon ab, was mit wie viel Aufwand verbunden ist. Einen umfangreichen Kurs mit komplizierter Navigation und veralteter Optik zu retten, dauert oft länger, als einen neuen zu erstellen. Ein Neustart kann kreative Energien freisetzen, und – auch nicht ganz unwichtig – Sie können Ihr Lieblingsautorentool einsetzen.

Ein frischer, neuer Kurs kann Lernende begeistern und Zeit sparen. Aber wenn es das Budget nicht hergibt, hilft es auch nichts. Hier müssen Sie Prioritäten setzen und Zeit, Aufwand und Kosten in Einklang bringen. Eine goldene Regel gibt es leider nicht, nur einzelne Kriterien, die projektspezifisch abgewogen werden müssen.

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der Inhalt noch relevant ist und nur ein paar einfache kosmetische Updates nötig sind. der Inhalt veraltet ist, an der Optik viel geändert werden muss und die Navigation entweder nicht funktioniert oder zu umständlich ist.

Fazit

Ob es effizienter ist, einen alten Kurs aufzupolieren oder einen neuen zu erstellen, muss von Projekt zu Projekt neu entschieden werden. Perfektion konkurriert hier nicht selten mit Pragmatismus. E-Learning-Design ist eben ein facettenreiches Feld, in dem unterschiedlichste Faktoren berücksichtigt werden müssen. Das macht es ja so spannend. Wir hoffen, Ihnen mit den oben besprochenen Punkte in diesen Fällen helfen zu können.

 

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