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Flash-basierte E-Learning-Kurse aktualisieren – in 4 einfachen Schritten

Flash-basierte E-Learning-Kurse aktualisieren – in 4 einfachen Schritten
Flash-Kurse aktualisieren

Viele werden es schon mitbekommen haben: Adobe wird Flash zum Jahresende 2020 endgültig einstellen. Microsoft wird die Ausführung des Flash Players auf aktuellen Windows-Versionen nicht mehr zulassen, und Webbrowser werden Flash-Inhalte nicht mehr abspielen.

Für alle E-Learning-Designer bedeutet das, dass sämtliche mit Flash veröffentlichten Kurse noch vor Ende des Jahres in HTML5 konvertiert werden müssen. Die gute Nachricht für alle Kurse, die mit Articulate-Apps erstellt wurden: Diese Konvertierung ist ein Kinderspiel. Doch auch wenn die Konvertierung eines einzelnen Kurses kein großes Problem darstellt, steht manch einer von uns vielleicht doch vor einem gewaltigen Berg Arbeit, je nachdem, wie groß das eigene Kurs-Portfolio ist.

Um diese gewaltige Herausforderung überschaubarer zu machen, haben wir den Vorgang in diesem Artikel für Sie in seine Einzelschritte zerlegt. Nebenbei haben wir noch ein paar Tipps, wie Sie Ihre Kurse neben der Konvertierung selbst gleich noch ein bisschen verbessern können. Gehen wir die Schritte nun gemeinsam durch:

1. Liste anlegen

Am besten legen Sie zunächst eine Liste mit Kursen an, die überarbeitet werden müssen. Das können Kurse sein, die mit Storyline 1, Storyline 2, Studio ’09 oder Studio ’13 erstellt wurden und Flash benötigen. Die Liste können Sie z. B. in MS Excel oder Google Sheets anlegen. Die folgenden Punkte sind sinnvoll in diese Liste aufzunehmen:

  • Titel des Kurses
  • Veröffentlichungsdatum
  • Verwendetes Autorentool
  • URL des veröffentlichten Kurses
  • Speicherort der Quelldatei(en)
  • Erforderliche Aktion (z. B. neu veröffentlichen, Inhalt aktualisieren, entfernen, neu entwerfen – Näheres zu diesen Optionen im nächsten Abschnitt)
  • Notizen
  • Priorität

Wie eine solche Liste aussehen könnte, sehen Sie hier:

Excel-Tabelle zur Kursaktualisierung

Sagt Ihnen dieser Ansatz zu? Dann laden Sie sich gerne unsere Liste zur Evaluierung von E-Learning-Kursen herunter und legen Sie direkt los.

2. Kurse durchsehen

Wenn die Liste steht, nehmen Sie sich reichlich Zeit, um die Kurse Stück für Stück durchzugehen. Alle Interaktionen, Animationen und sonstigen Inhalte müssen reibungslos funktionieren. Auch Inhalt und Grafik müssen immer noch relevant und aktuell sein. Eine ausführlichere Liste der Punkte, die Sie beachten sollten, finden Sie hier: Checkliste zur Durchsicht alter E-Learning-Kurse.

Wenn Sie sehr umfangreiche Kurse haben, könnten Sie auch überlegen, sie aufzuspalten und in den Bereich des Micro-Learning zu bringen.

Wenn Sie einen Kurs fertig analysiert haben, tragen Sie Ihre Erkenntnisse in Ihre Liste ein, vor allem in die Spalte „Erforderliche Aktion“. Wenn die Inhalte noch aktuell sind und alles reibungslos funktioniert, können Sie den Kurs einfach neu veröffentlichen. Wenn es nur einzelne Texte oder Grafiken sind, die aktualisiert werden müssten, bekommt der Kurs den zweiten Status „Inhalt aktualisieren“. Wenn der Kursinhalt völlig überholt ist – z. B. Kurse über Software, die nicht mehr verwendet wird, oder über Projekte, die nicht mehr laufen – kann der Kurs getrost zu den Akten gelegt werden. Wenn der Kurs an sich noch relevant ist, aber entweder Quelldateien nicht mehr vorhanden sind oder sich erhebliche Neuerungen ergeben haben, ist es wohl angeraten, den Kurs neu zu entwerfen.

3. Plan erstellen

Bevor Sie sich jetzt an die Arbeit machen, sollten Sie erst einen Plan erstellen. Gehen Sie die Liste durch und legen Sie fest, in welcher Reihenfolge Sie sich um die Kurse kümmern werden. Geschäftskritische Kurse sollten natürlich priorisiert werden, z. B. Kurse zur Einarbeitung neuer Mitarbeiter, Softwarekurse für Mitarbeiter mit Kundenkontakt oder Kurse, die Fertigkeiten vermitteln, die für die Unternehmensziele essenziell sind.

Überlegen Sie für jeden Kurs, ob Sie ihn alleine bearbeiten können oder ob Sie dabei Hilfe von Kollegen oder externen Dienstleistern benötigen.

Überlegen Sie auch für jeden Kurs, ob er mit einem Mal komplett überarbeitet werden muss, oder ob das auch stückweise geschehen kann. Legen Sie ggf. einen Zeitplan für zukünftige Überprüfungen und nötige Aktualisierungen an.

4. An die Arbeit machen

Wenn der Plan steht, kann es an die Arbeit gehen. Lassen Sie uns jetzt die 4 ausgearbeiteten Möglichkeiten im Detail durchgehen.

Neu veröffentlichen

Wenn der Kurs mit Storyline 1, Storyline 2, Studio ’09, oder Studio ’13 erstellt wurde, ist es ratsam, ihn ins Articulate-360-Format zu übertragen (Articulate 360 beinhaltet sowohl Storyline 360 als auch Studio 360) oder ins Storyline-3-Format. Denn diese Formate beinhalten kein Flash, und die ausgegebenen HTML5-Dateien funktionieren in allen gängigen Browsern. Die Konvertierung der Kurse in die neueren Formate ist mit Articulate kinderleicht. Für die verschiedenen Zielformate haben wir jeweils eigene Anleitungen erstellt:

Vergessen Sie nach der Konvertierung nicht, den Kurs erneut zu veröffentlichen.

Inhalt aktualisieren

Gehen Sie den Kurs anhand der Notizen durch, die Sie sich während der ersten Durchsicht gemacht haben. Das können neue Grafiken sein, Umformulierungen einzelner Passagen oder die Behebung kleinerer technischer Probleme.

Und vergessen Sie nicht die Medienbibliothek. Darin können Sie sämtliche Vorkommen einer veralteten Grafik mit wenigen Klicks durch eine neue ersetzen. Mehr dazu erfahren Sie in diesem Video:

Entfernen

Selbst, wenn Sie entschieden haben, dass ein Kurs seine Funktion nicht mehr erfüllt und gestrichen werden kann, gehen Sie ihn aufmerksam durch und speichern Sie einzelne Szenen, Folien oder Interaktionen, die Sie vielleicht in zukünftigen Kursen noch gebrauchen können. Diese Elemente können Sie ganz einfach in ein neues Storyline-3-/360-Projekt importieren.

Wenn Sie es nicht übers Herz bringen, alte Kurse tatsächlich zu löschen, legen Sie einen Archivordner an, den Sie bei Gelegenheit nach brauchbarem Material durchstöbern können.

Neu entwerfen

Wenn Sie keinen Zugriff mehr auf die Quelldateien eines alten Kurses haben oder sämtlicher Inhalt eindeutig veraltet ist, müssen Sie den Kurs wohl oder übel neu entwerfen.

Entscheiden Sie in einem solchen Fall zunächst, welches Autorentool Sie benutzen möchten. Bei der Entscheidung kann Ihnen dieser Artikel helfen: Rise 360 oder Storyline 360: Welches Tool ist für Ihr Projekt am sinnvollsten?.

Stellen Sie sich dann weitere Fragen wie:

  • Welche Änderungen müssen am Inhalt vorgenommen werden?
  • Welche neuen Bildelemente werden gebraucht?
  • Müssen Videos aktualisiert werden?
  • Könnte der Stoff in mehrere kürzere Kurse aufgeteilt werden?
  • usw.

Wir hoffen Ihnen und Ihrem Team mit diesem Artikel beim Übergang in die Flash-lose Zeit geholfen zu haben.

Auf unserer Website finden Sie noch weitere Informationen zum Ende von Flash in der E-Learning-Branche: Wie sich das Ende von Flash auf Articulate-Apps und -Kurse auswirkt.

 

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