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8 Strategien für effektive technische Schulungen

8 Strategien für effektive technische Schulungen

Egal, ob es um die Bedienung einer Maschine oder den Umgang mit Software geht, Fachkompetenz ist wichtig im Beruf, keine Frage. Aber diese Kompetenz zu erwerben, ist in der Regel kein Zuckerschlecken.

Fortbildungen, gerade zu technischeren Themen, fühlen sich schnell wie ein riesiger Berg aus Fachjargon und abstrakten Konzepten an. Das kann demotivieren und damit den Lernerfolg schmälern. Ihr Ziel beim Kursdesign sollte es also immer sein, alles so klar und einfach wie möglich darzustellen – das gilt für interne Schulungen ebenso wie für größer angelegte Weiterbildungsangebote.

In diesem Artikel möchten wir Ihnen acht Strategien an die Hand geben, mit denen es Ihnen hoffentlich noch leichter fällt, komplexe Themen zugänglich und leicht verdaulich aufzubereiten.

Was verstehen wir unter einer technischen Schulung?

Bei einer technischen Schulung oder Fortbildung geht es darum, Kompetenzen zu vermitteln, die sich auf die Bedienung einer Maschine, den Einsatz eines Programms, die Durchführung eines Prozesses oder den Betrieb eines Systems beziehen. Es gibt mehrere Aspekte dieser Schulungen, die sie so anspruchsvoll machen:

  • Fachwissen: Meist sind diese Schulungen sehr fachspezifisch und erfordern ein hohes Maß an bestehendem Hintergrundwissen.
  • Praxisbezug: Technische Schulungen haben einen unmittelbaren Bezug auf den Arbeitsalltag der Teilnehmenden.
  • Problemorientiert: Technische Schulungen vermitteln Analysefähigkeiten und Problemlösungskompetenz für den Fall, dass beim Einsatz der Tools oder Systeme Probleme auftreten.
  • Branchenspezifische Terminologie: Ohne die richtigen Fachbegriffe geht es selten, eine solche Schulung zu absolvieren bedeutet also oft auch ein gewisses Ausmaß an Vokabellernen.
  • Umsetzung theoretischen Wissens: Teilnehmende müssen lernen, theoretisches Wissen in praktische Handlungen umzusetzen.
  • Zertifizierung/Akkreditierung: Oft wird diese Art Schulung in Fortbildungen eingesetzt, die dazu da sind, eine bestimmte Zertifizierung oder Akkreditierung zu erwerben.

Häufige Stolpersteine

Fachkompetenzen sind unabdingbar für die berufliche Entwicklung, aber der Weg ist nicht immer ganz einfach. Fort- und Weiterbildungsprogramme sind oft weniger effektiv, als sie es sein könnten, weil sie einen oder gar mehrere der folgenden Fehler machen.

Zu pauschaler Ansatz

Nicht alle Menschen nehmen Informationen gleich gut auf dieselbe Weise auf – manche bevorzugen geschriebenen Text, andere gesprochenen, manche lernen besser durch Bilder und Diagramme, wieder andere durch interaktive Szenarien.

Mangel an Nachbereitung und langfristigem Support

Eine Schulung zu absolvieren ist schön und gut, aber das Gelernte umzusetzen ist ein anderes Paar Schuhe. Wenn nach der Schulung keine Möglichkeiten zur Klärung oder Wiederholung zur Verfügung stehen, kann es schwierig werden.

Fehlender Praxisbezug

Wenn Teilnehmende nicht erkennen können, was der Kursinhalt mit ihrem Arbeitsalltag zu tun hat, verlieren sie schnell die Motivation und werden das Gelernte deutlich schlechter behalten.

Veraltete oder schwammige Inhalte

Wenn Schulungen nicht regelmäßig überprüft und nötigenfalls aktualisiert werden oder wenn sie keine nachvollziehbaren Lernziele verfolgen, werden sie schnell irrelevant oder zumindest undurchsichtig.

Annahme, dass alle Lernenden denselben Kompetenzlevel haben

Keine zwei Menschen haben genau denselben Hintergrund und genau denselben Erfahrungsschatz. Schulungen, die das nicht berücksichtigen, laufen Gefahr, manche zu überfordern und andere zu langweilen.

Keine Erfolgsmessung

Schulungen sollen etwas bewirken. Wenn aber kein Vorher-nachher-Vergleich gemacht wird, wird man nie erfahren, ob die Schulung tatsächlich etwas bewirkt hat. Deshalb sind regelmäßige Überprüfungen und Feedback-Schleifen so wichtig.

8 Tipps für effektive technische Schulungen

Die häufigsten Stolpersteine hätten wir also besprochen und hoffentlich aus dem Weg geräumt. Negativbeispiele können beim Verständnis zwar helfen, aber auf der positiven Seite möchten wir Ihnen auch ein paar Tipps an die Hand geben, wie Sie die Lernerfahrung angenehmer und Ihre technischen Schulungen noch effektiver machen können:

1. Unkomplizierte Sprache

Fachbegriffe sind wichtig, keine Frage, aber wo immer es geht, sollten gerade komplexe Zusammenhänge in möglichst einfachen Worten beschrieben werden. Um die nötigen Fachbegriffe zu erklären, können Sie dem Kurs ein Glossar anfügen. Das ist auch praktisch, wenn die Teilnehmenden im Nachgang noch mal schnell etwas nachschlagen möchten.

2. Große Themen in kleine Teile zerlegen

Teilnehmende mit zu viel Stoff zu überfordern ist eine echte Gefahr. Komplexe Inhalte lassen sich am besten vermitteln, wenn man sie in kleine Teile zerlegt. Aus dieser Erkenntnis heraus ist der Micro-Learning-Ansatz entstanden, der sich in der Praxis bewährt hat.

3. Bilder nicht vergessen

Die allermeisten von uns behalten Dinge besser, wenn wir sie mit eigenen Augen gesehen haben. Deshalb sind Diagramme, Infografiken, Screenshots und andere Bilder so wichtig.

4. Beispiele aus der Praxis

Was mit der eigenen Person und Umwelt zu tun hat, bleibt besser im Gedächtnis. Das ist einfach menschliche Natur. Bemühen Sie sich also immer, Szenarien zu entwerfen, die direkt aus dem Alltag der Teilnehmenden stammen.

5. Interaktion und Übung

Gelerntes bleibt besser hängen, wenn es in einer Übung verarbeitet wird. Bauen Sie deshalb nach Möglichkeit immer interaktive Elemente wie Wissenstest, Simulationen oder Übungen ein, damit die Teilnehmenden den Stoff anwenden und so besser verinnerlichen können.

6. Lesbarkeit ist keine bloße Statistik

Die Lesbarkeit eines Textes hängt (neben Darstellungsfaktoren wie Schriftart und Kontrast) von der Wortwahl, dem Tonfall und der Satzstruktur ab. Versuchen Sie deshalb immer, in einem möglichst natürlichen Stil zu schreiben. Je näher Ihre Formulierungen an entspannter, freundlicher Alltagssprache ist, desto besser werden die Teilnehmenden sie verstehen.

7. Hilfe anbieten

Sorgen Sie immer dafür, dass die Lernenden unkompliziert Hilfe bekommen können, wenn Sie einmal nicht weiterwissen. Das können angehängte FAQs, Links zu Diskussionsforen oder ganz schlicht Kontaktdaten von relevanten Fachleuten oder Schulungsleitern sein.

8. Erfolg messen

Wenn Sie die Fortschritte und Ergebnisse der Teilnehmenden nicht erfassen, wird es Ihnen sehr schwer fallen, zu ermitteln, ob Ihre Schulung den Lernenden tatsächlich etwas bringt. Formulieren Sie deshalb immer klare Lernziele und bauen Sie Abschlusstests oder andere Möglichkeiten ein, den Lernerfolg zu messen.

Fazit

Technische Schulungen müssen nicht abschreckend sein. Mit den richtigen Strategien – von einfacher Sprache über das passende Bildmaterial bis hin zu ergänzenden Materialien und langfristigem Support – können Sie Lernerfahrungen schaffen, in denen selbst komplexeste Themen leicht verdaulich und ansprechend präsentiert werden. Denken Sie daran, die Inhalte relevant, aktuell und praxisbezogen zu halten; dann steht dem Lernerfolg nichts mehr im Weg.