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Instructional Design: 4 Tipps fürs Erstellen von E-Learning-Szenarien

Instructional Design: 4 Tipps fürs Erstellen von E-Learning-Szenarien
Instructional Design: 4 Tipps fürs Erstellen von E-Learning-Szenarien

Mit Szenarien können Sie Ihre E-Learning-Inhalte für die Lernenden relevanter und sinnvoller machen. Sie setzen den E-Learning-Kurs in einen Kontext und zeigen den Lernenden, wie sie die neuen Kenntnisse in der Praxis anwenden können. Szenarien eignen sich auch gut dazu, die Lernenden vor reale Entscheidungen zu stellen, die verdeutlichen, ob sie die Lerninhalte wirklich verstanden haben und wissen, was zu tun ist.

Ich habe zu diesem Thema bereits einen Blogartikel geschrieben (Entwicklung von E-Learning-Szenarien: 7 Tipps für den Einstieg), heute möchte ich das Thema von der Perspektive des Instructional Designs aus betrachten.

Nehmen wir an, Sie sind Instructional Designer bei einer Firma namens Pharma Inc. Die Produktentwicklung hat Ihnen eine Reihe von PowerPoint-Dateien zu einem neuen Produkt übergeben und Sie sollen daraus einen E-Learning-Kurs für die Vertriebsmitarbeiter entwickeln. Wahrscheinlich fragen Sie sich, wie Sie aus diesen textlastigen Informationen voller Produktspezifikationen ein interessantes Szenario machen sollen. Hier sind ein paar Tipps dazu, wie Sie vorgehen können:

1. Identifizieren Sie reale Situationen, in denen das Wissen relevant ist

Der Schlüssel zum Erfolg bei E-Learning-Szenarien ist die Nähe zur Realität. Suchen Sie nach realen Situationen aus dem Arbeitsleben, bei denen die Lernenden die neuen Informationen parat haben bzw. anwenden müssen. In der Regel sollen neue E-Learning-Kurse den Mitarbeitern helfen, ihren Job besser machen zu können oder neue Fähigkeiten zu erlernen. Überlegen Sie also, welche Fähigkeiten die Lernenden brauchen, um die Lerninhalte anzuwenden.

Für unser Beispiel Pharma Inc. könnten Sie sich fragen: „In welcher Situation müssen die Vertriebsmitarbeiter die neuen Produktinformationen wissen und erläutern können?“ Ein sehr wahrscheinliches Szenario wäre ein Verkaufsgespräch mit einem potenziellen Kunden. Dazu müssen sie wissen, wie das Produkt funktioniert, seine Vorteile hervorheben können und die Hauptverkaufsargumente parat haben. Das könnte also Ihr Szenario sein: Vertriebsmitarbeiter im Kundengespräch.

2. Überlegen Sie sich Auswahlmöglichkeiten und mögliche Resultate

Nachdem Sie eine reale Arbeitssituation für Ihr Szenario gefunden haben, überlegen Sie, welche Probleme oder Entscheidungspunkte in einer solchen Situation auftreten können, mit denen die Lernenden konfrontiert wären und bei denen sie unter Berücksichtigung der neuen Lerninhalte Entscheidungen treffen und Wissen anwenden müssen.

In unserem Beispiel könnte der Vertriebsmitarbeiter von Pharma Inc. mit ein paar spezifischen Fragen des Kunden konfrontiert sein, bei denen es mehrere Antwortmöglichkeiten gibt.

3. Arbeiten Sie mit realistischen Details

Damit die Lernenden Entscheidungen in Ihrem Szenario treffen können, bieten Sie ihnen relevante Informationen und Details an. Das klingt in der Theorie ganz einfach, ist es in der Praxis jedoch oft nicht, wenn man die „Qual der Wahl“ aus einer Fülle von Materialien hat.

Die Vertriebsmitarbeiter unseres Beispiels Pharma Inc. müssen an eine Vielzahl von unterschiedlichen Kunden verkaufen. Einige sind medizinische Fachkräfte wie Ärzte und Chirurgen, andere wiederum haben möglicherweise keinen medizinischen Hintergrund. Je nachdem ob der Kunde ein Arzt ist oder nicht, verändert sich auch die Art der Informationen, die die Vertriebsmitarbeiter im Verkaufsgespräch präsentieren. Dann ist es eine gute Idee, einen Fachexperten (KMU) für die Auswahl der Informationen zurate zu ziehen.

4. Geben Sie Feedback, das auch die Konsequenzen verdeutlicht

Bei Szenarien sollen die Lernenden auch die Folgen ihrer Entscheidungen kennenlernen. Das ist viel aussagekräftiger, als nur RICHTIG oder FALSCH in einem Pop-up-Fenster zu lesen.

In unserem Pharma Inc.-Beispiel könnte das Szenario mehrere Ergebnisse haben: erstens der erfolgreiche Verkaufsabschluss, zweitens der nicht zustandekommende Abschluss oder drittens eine mögliche Verzögerung oder Vertagung der Entscheidung, weil relevante Informationen nicht an der richtigen Stelle gegeben wurden. Je realer das Feedback, desto nachhaltiger werden sich die Lernenden noch an die Vorgehensweise und die Konsequenzen erinnern.

Bei den Szenarien kommt es auf die realitätsnahe Übung an. Beste Voraussetzungen für Ihr E-Learning-Szenario haben Sie mit der Unterstützung von Fachexperten, die bei der Auswahl der Inhalte helfen, und Testpersonen aus der Zielgruppe, die nach einem ersten Testlauf Feedback geben, ob das Thema realistisch und nachvollziehbar umgesetzt wurde .

Haben Sie bereits Erfahrungen mit eigenen E-Learning-Szenarien sammeln können und weitere Tipps zur Umsetzung? Dann teilen Sie sie doch am besten gleich über die Kommentarfunktion!

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