von Tom Kuhlmann
Wenn Unternehmen nach Einsparungspotenzial suchen, wird die Axt meist zuerst bei der Personalentwicklungsabteilung angelegt. Dafür gibt es eine Menge Gründe, aber alle, die schon länger in der Weiterbildungsbranche tätig sind, wissen, dass sie damit rechnen müssen.
Das Gute ist, dass E-Learning immer noch in ist, weshalb die meisten von uns bisher verschont wurden. Aber wenn die Tools immer benutzerfreundlicher werden und somit immer mehr Menschen selbst E-Learning-Kurse erstellen können, werden wir über kurz oder lang unsere Daseinsberechtigung und unseren Mehrwert für unsere Arbeitgeber unter Beweis stellen müssen.
Deshalb möchte ich Ihnen hier ein paar Argumente an die Hand geben, warum man uns auch weiterhin braucht.
Weiterbildung schafft Mehrwert
Weiterbildung soll ja etwas bringen. In einer perfekten Welt sind Schulungsprogramme auf die jeweiligen Unternehmensziele ausgerichtet, aber in der realen Welt bringen nicht alle Kurse (oder das, was als Kurse durchgeht) das Unternehmen wirklich weiter. Das ist auch ein Grund, weshalb es Managern so leicht fällt, Personalentwicklungsabteilungen zu straffen, wenn der Gürtel enger geschnallt werden muss.
Schulungsprogramme gehen Hand in Hand mit Unternehmensinitiativen
Personalentwicklungsabteilungen hinken oft hinter allen anderen her und reagieren einfach auf das, was andere vorgeben. Deshalb werden Entscheidungen auch ohne sie getroffen.
Wenn Sie wissen, dass das Unternehmen dabei ist, eine Initiative zu starten, sollte Ihr erster Gedanke sein: „Was können wir dazu beitragen?“. Und ihr zweiter: „Wie können wir das in die Tat umsetzen?“. Halten Sie sich über anstehende Projekte und deren Ziele auf dem Laufenden. Bleiben Sie in Kontakt mit Entscheidungsträgern. Wenn Sie proaktiv denken und handeln, bleiben Sie im Bilde und werden als wertvoller Partner wahrgenommen, wenn es um die Erreichung der Unternehmensziele geht.
Weiterbildung unterstützt KPIs
Ob und wie Schulungen wirken, sollte messbar sein. Es kommt aber sehr darauf an, was gemessen wird. Das habe ich vor einigen Jahren gelernt, als ich einem meiner Vorgesetzten ein paar Zahlen präsentierte. Die Zahlen waren fantastisch, aber für seine Entscheidung komplett irrelevant.
Sprechen Sie mit den Zahlenmenschen. Jedes Unternehmen hat jemanden, der Kennzahlen verfolgt. Finden Sie diese Person und lassen Sie sich zeigen, welche Kennzahlen wie und warum erfasst und analysiert werden. Schließlich geht es darum, dass Ihre Kurse sich an den gemessenen Zahlen ausrichten. Oft ist es nämlich so, dass Sie mit Ihrem Kurs auf einen Bereich abzielen, die damit zusammenhängenden Zahlen aber in eine ganz andere Richtung gehen.
Schulungsexperten sind selbstbewusst
Personalentwicklungsabteilungen haben eine Tendenz, passiv auf Impulse des Unternehmens zu reagieren. Deutlich mehr Erfolg werden Sie aber haben, wenn Sie Ihre Arbeit aktiv an den Zielen des Unternehmens orientieren und proaktiv Lösungen vorschlagen. Manchmal haben Sie vielleicht keine Gelegenheit dazu, weil man Sie nicht in Entscheidungsprozesse einbezieht, doch das lässt sich unter Umständen ändern.
Denken Sie nur an zwei der Punkte, die wir oben besprochen haben:
- Machen Sie sich mit den Unternehmenszielen vertraut und sorgen Sie dafür, dass Ihre Projekte damit im Einklang stehen. Im schlimmsten Fall bekommen Sie einfach ein besseres Bild davon, warum Sie tun, was Sie tun. Hoffentlich helfen Sie Ihrem Team dadurch aber, produktiver zu werden und in den Augen der Chefetage wirklichen Mehrwert einzubringen.
- Ergreifen Sie die Initiative und tauschen Sie sich mit anderen Abteilungen über Erfahrungen und Strategien aus. Viele nutzen diese Gelegenheit gar nicht und lassen sich einfach von den Strömungen der geschäftlichen Entwicklung treiben. Doch diese Strömung führt nicht immer dahin, wo Sie wollen.
Fazit
Nehmen Sie das Heft in die Hand. Richten Sie die Arbeit Ihrer Abteilung proaktiv an den Unternehmenszielen aus und bringen Sie Vorschläge ein, wie Ihre Abteilung dabei helfen kann, diese Ziele zu erreichen. Das macht Sie zum wertvollen Partner in der strategischen Ausrichtung des Unternehmens, den man nur ungern vor die Tür setzt.