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Eine Einführung in E-Learning-Autorensoftware

Eine Einführung in E-Learning-Autorensoftware
Einführung in E-Learning-Autorensoftware

Sind Sie gerade dabei, ein neues E-Learning-Autorentool für Ihr Unternehmen auszuwählen oder möchten sich einfach nur informieren, was es gerade auf dem Markt gibt? Leider liefert eine schnelle Onlinesuche eine unüberschaubare Menge an Angeboten, Informationen und Produktbeschreibungen und wenig grundlegende Informationen zu E-Learning-Autorensoftware.

Das möchte ich gerne mit diesem Artikel beheben. Sie erfahren, was E-Learning-Autorensoftware kann, wer sie wie nutzt und worauf Sie bei der Auswahl unbedingt achten sollten. Meine fünf wichtigsten Punkte zu E-Learning-Autorensoftware bieten Ihnen hoffentlich einen guten Einstieg in das Thema.

1. Was ist eine E-Learning-Autorensoftware?

Eine E-Learning-Autorensoftware ist eine Anwendung mit der Sie E-Learning-Kurse erstellen können (auch WBT (web-based training), Online-Training oder Onlinekurse genannt). Der Markt bietet unzählige E-Learning-Autorenanwendungen, die alle eins gemeinsam haben: Sie dienen dazu, eine „Lernumgebung“ zu erstellen, die über einen Computer oder ein mobiles Gerät genutzt wird.

2. Die verschiedenen Arten von E-Learning-Autorensoftware

Neben den grundlegenden Gemeinsamkeiten gibt es E-Learning-Autorensoftware in verschiedenen Varianten:

  • Webanwendungen
    Diese Art von E-Learning-Autorensoftware wird auf einem Server gehostet und in einem Browser genutzt, deshalb ist keine lokale Installation nötig. Einer großer Vorteil ist, dass man dadurch jederzeit und von überall aus darauf zugreifen und weiter daran arbeiten kann – Sie benötigen nur einen Browser.Manche der Webanwendungen ermöglichen es Ihnen, automatisch responsive E-Learning-Kurse zu erstellen, also Kurse, die sich automatisch der Bildschirmausrichtung und -größe anpassen, ohne dass Sie extra etwas dafür tun müssen. Das ist mit der zunehmenden Bedeutung von mobilem E-Learning enorm wichtig.Da sie zentral gespeichert sind, vereinfachen Webanwendungen auch das gemeinsame Arbeiten mit Teammitgliedern und das Teilen von Inhalten. Sie sind daher hervorragend für die Arbeit im Team und an gemeinsamen Projekten geeignet. Ein schönes Beispiel einer web-basierten Autorensoftware ist Rise.
  • Eigenständige Desktopanwendungen
    Eigenständige Desktopanwendungen werden lokal auf dem Computer installiert. Sie sind normalerweise umfangreicher als Webanwendungen oder PowerPoint-Plug-ins, bieten eine eigene Benutzeroberfläche und viele Funktionen, die in einfacheren Tools nicht zur Verfügung stehen.Die entsprechenden Anwendungen eignen sich perfekt, komplexere Kurse und Projekte mit einer nichtlinearen (verzweigten) Navigation  zu erstellen. Viele eigenständige E-Learning-Anwendungen bieten außerdem umfangreiche Möglichkeiten, Kurse anzupassen, fortgeschrittene Interaktionselemente zu nutzen und Bildschirmaufnahmen zu erstellen. Articulate Storyline ist hier ein sehr gutes Beispiel.
  • PowerPoint-Plug-in
    Diese Anwendungen sind Add-ons für Microsoft PowerPoint. Sie erweitern PowerPoint um zusätzliche Funktionen wie Interaktionen und Tests. Die entsprechenden Tools sind ideal, wenn Sie bereits Trainingsunterlagen in PowerPoint haben, die Sie in E-Learning-Kurse umwandeln möchten.Sie brauchen so die Inhalte nicht rauszukopieren, sondern können sie direkt in PowerPoint bearbeiten und Interaktionen und einen Lerntest hinzufügen und sind schon fertig. Articulate Studio ist ein Tool, das auf diese Weise arbeitet.

3. Arten der veröffentlichten Dateiausgabe

Unabhängig davon, welche Art von Authorensoftware Sie verwenden, müssen Sie Ihren Kurs am Ende veröffentlichen, um ihn Ihren Lernenden zugänglich zu machen. Und da viele Lernende heutzutage ihre Smartphones und Tablets für E-Learning nutzen, sollten Sie sicherstellen, dass Ihr Kurs auch auf mobilen Geräten einwandfrei funktioniert. Die meisten modernen Authorentools ermöglichen die Veröffentlichung in zwei gängigen Dateitypen: HTML5 und Flash.

In der heutigen mobilen Welt möchten Sie definitiv in HTML5 veröffentlichen können, da die meisten mobilen Geräte nicht Flash-kompatibel sind. Aber selbst wenn Sie nicht vorhaben, in naher Zukunft mobile Kurse zu entwickeln, sollten Sie sich nicht auf die Flash-Ausgabe beschränken, da einige Browser – auch auf den Desktopcomputern – Flash aus Sicherheitsgründen nicht mehr unterstützen. Kurzum: Stellen Sie sicher, dass die von Ihnen gewählte Autorensoftware Ihnen erlaubt, Ihren Kurs im HTML5-Format zu veröffentlichen.

4. Die Benutzer von E-Learning-Autorensoftware

E-Learning-Autorensoftware wird von ganz unterschiedlichen Benutzertypen eingesetzt. Bei einigen Anwendungen sind beispielsweise keine oder nur minimale Entwicklerkenntnisse erforderlich. Sie können also auch von Mitarbeitern mit durchschnittlichen Computerkenntnissen zur Entwicklung von Onlineschulungen genutzt werden. E-Learning-Autorensoftware wird häufig von Mitarbeitern im Schulungsbereich, von Instructional Designern und von Kursentwicklern verwendet.

5. Die Einsatzgebiete von E-Learning-Autorensoftware

Je nach Software stehen bestimmte Funktionen zur Verfügung. Ein paar Beispiele dafür sind:

  • Erstellen von Trainingsinhalten mit Texten, Formen, Fotos, Animationen, Videos und Audio-Inhalten
  • Entwickeln von Interaktionen, die die Lernenden motivieren, sich mit den Inhalten auseinanderzusetzen
  • Einsatz von realistischen Szenarien, bei denen die Lernenden verstehen, wie sie die Lerninhalte in Ihrem Arbeitsalltag einsetzen können
  • Aufzeichnen von Softwaresimulationen zur Schritt-für-Schritt-Darstellung von Prozessen
  • Erstellen von Prüfungen, Assessments und Tests zur Überprüfung des Lernerfolges

Das wichtigste Einsatzgebiet für eine E-Learning-Autorensoftware ist das Erstellen von Schulungen, die über Desktopcomputer und mobile Geräte genutzt werden. Hierbei gibt es zwei grundsätzliche Arten von Kursen, die mit einer E-Learning-Autorensoftware entwickelt werden können: lineare Kurse und nichtlineare (verzweigte) Kurse.

  • Lineare Kurse
    Lineare Kurse sind die einfachste Form des E-Learnings. „Linear“ bedeutet in diesem Zusammenhang, dass die entsprechenden Kurse einem einzigen vordefinierten roten Faden folgen. Die Navigation ist fest vorgegeben, und es gibt keine optionalen Möglichkeiten. Die Nutzer klicken einfach auf „Weiter“ oder „Fortfahren“ und arbeiten den Kurs Seite für Seite durch. Eine entsprechende Kursstruktur ist hervorragend für Lerninhalte zu Schritt-für-Schritt-Prozessen geeignet. Sie kann mit einem PowerPoint-Plug-in sehr einfach entwickelt werden.
    Linearer E-Learning-Kurs
  • Nichtlineare (verzweigte) Kurse
    Nichtlineare Kurse bieten Verzweigungsmöglichkeiten innerhalb des Kurses. Oft handelt es sich um interaktive Szenarien, bei denen die Nutzer mehrere Wahlmöglichkeiten oder Optionen haben. Statt nur auf „Weiter“ zu klicken und einem linearen Pfad zu folgen, verzweigen sich diese Kurse je nach Auswahl und Aktionen der Nutzer zu verschiedenen Pfaden.
    Bei der Entwicklung eines Kurses für einen Kundendienstmitarbeiter können Sie beispielsweise je nach Aktion des Nutzers Verzweigungen für unterschiedliche Kundenreaktionen einfügen. Solche Kurse können Sie viel besser in einem nichtlinearen Format realisieren. Das beste Werkzeug für entsprechende Kurse sind eigenständige E-Learning-Autorentools.
    Nichtlinearer E-Learning-Kurs

Das sollten Sie bei der Auswahl einer E-Learning-Autorensoftware bedenken

Bei der Auswahl einer E-Learning-Software sollten Sie vor allem die folgenden Fragen berücksichtigen:

  • Möchten Sie lineare oder nichtlineare Kurse erstellen?
  • Möchten Sie Softwaresimulationen erstellen?
  • Kann das Tool in HTML5 veröffentlichen (für mobile Kompabilität)?
  • Wird das Ergebnis responsive Elemente haben, um die Kurse bestmöglich auf allen Endgeräten darzustellen?

Jedes Projekt ist einzigartig und hat ganz eigene Anforderungen. Die passende E-Learning-Software finden Sie am besten, indem Sie als Erstes festhalten, wie Ihre Kurse aussehen sollen und wie Sie sie den Nutzern bereitstellen wollen. Danach stellen Sie Ihre Anforderungen den Funktionen der jeweiligen Software gegenüber. Ein weiterer guter Blogartikel zu diesem Thema ist übrigens: 9 Überlegungen zur Auswahl des richtigen E-Learning-Autorentools

Nachdem Sie nun über E-Learning-Autorensoftware Bescheid wissen, können Sie die Möglichkeiten, die Ihnen zur Verfügung stehen, besser bewerten.
Wenn Sie weitere Tipps zur Auswahl haben, freue ich mich, wenn Sie sie über die Kommentarfunktion unten teilen!

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