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Der Arbeitsalltag eines Instruktionsdesigners

Der Arbeitsalltag eines Instruktionsdesigners
Ein Tag im Leben eines E-Learning-Entwicklers

In der modernen Arbeitswelt tauchen an allen Ecken und Enden neue Berufsbezeichnungen auf. Da verliert man  schnell den Überblick. Noch schwerer als die Berufsbezeichnung überhaupt zu verstehen ist es oft, sich den damit verbundenen Tagesablauf vorzustellen.

Dieser Artikel ist für alle, die selbst Instruktionsdesigner sind und gerne etwas an der Hand hätten, mit dem sie Anderen erklären können, was sie tun, aber auch für all diejenigen, die mit dem Gedanken spielen, Instruktionsdesigner zu werden und sich einen tieferen Einblick darin wünschen, was das konkret bedeutet.

Wir haben mit einer waschechten Instruktionsdesignerin gesprochen, die in einer kleinen E-Learning-Agentur arbeitet, und sie gefragt, wie ihr Arbeitsalltag aussieht. Das hat sie geantwortet:

9:00 Uhr

Sie kommt in der Agentur an, begrüßt ihre Kollegen, macht sich einen Kaffee und setzt sich an ihren Schreibtisch. Sie ruft ihre E-Mails ab, bearbeitet die dringenden sofort und legt weniger dringende für später ab.

9:15 Uhr

Jetzt ist es Zeit für das tägliche Standup-Meeting. Reihum beschreibt jedes Teammitglied kurz die eigene Top-Priorität für den heutigen Tag. Die Projektmanager nehmen Anpassungen vor, wenn individuelle Prioritäten nicht mit den Projektprioritäten harmonisieren.

9:30 Uhr

Dann folgt das Kickoff-Meeting für Projekt XYZ mit dem Projektmanager, dem E-Learning-Entwickler, dem Kunden und dem Fachmann (SME). Zielgruppe, Lernziele, technische Anforderungen und andere Parameter des Projekts werden definiert.

10:30 Uhr

Wieder am Schreibtisch sichtet sie anhand der Lernziele das Material (PowerPoint-Präsentationen, PDFs, Word-Dokumente usw.) für Projekt XYZ auf der Suche nach zentralen Elementen, um die herum der Kurs aufgebaut werden soll. Sie erstellt ein Kurskonzept und schickt es dem Projektmanager, der es prüft und an den Kunden weiterleitet.

11:30 Uhr

Während sie auf Rückmeldung des Kunden zum Konzept für Projekt XYZ wartet, arbeitet sie weiter am Storyboard für Projekt ABC. Sie geht noch einmal die Lernziele, das Kurskonzept und die Materialien durch und entwickelt einen Leitgedanken, der den Lernenden helfen soll, die zentralen Inhalte zu verstehen und in der Praxis anzuwenden. Diesen Leitgedanken zerlegt sie dann in Einzelteile und lässt ihn Folie für Folie ins Design des Kurses einfließen. Sie entscheidet, wo Videos, Interaktionen, Animationen usw. am sinnvollsten eingesetzt werden. Wenn es zu Videos Sprechertexte geben soll, schreibt sie die Skripte dafür.

12:30 Uhr

Mittagspause.

13:30 Uhr

Wieder am Schreibtisch ruft sie noch einmal ihre E-Mails ab. Ein Projektmanager hat ihr geschrieben, dass der Kunde von Projekt JKL sich – nach Monaten – endlich zurückgemeldet hat. Und er will noch heute den aktuellen Stand des Projekts sehen. Also nichts wie an die Arbeit. Sie nimmt die nötigen Änderungen in Storyline vor und veröffentlicht den Kurs in Articulate Review. Sie gibt dem Projektmanager Bescheid, damit er sich die neue Version ansehen und dann dem Kunden zur Abnahme schicken kann.

14:30 Uhr

Sie macht mit dem Storyboard für Projekt ABC weiter, spricht mit dem E-Learning-Entwickler über die Umsetzbarkeit einzelner Interaktionen und mit dem Grafikdesigner über Ideen zu einigen Illustrationen.

15:30 Uhr

Ein Projektmanager kommt und sagt, dass der Kunde von Projekt XYZ am Telefon ist und über das Konzept sprechen möchte, das die Agentur ihm heute Morgen geschickt hat. Die beiden gehen in einen Besprechungsraum, um den Anruf anzunehmen. Der Kunde gibt sein Feedback und sie macht sich entsprechende Notizen. Nach dem Telefonat sagt der Projektmanager, dass dieses Projekt jetzt eine höhere Priorität hat als ABC. Das Storyboard für XYZ muss bis Ende der Woche stehen.

16:30 Uhr

Wieder am Schreibtisch speichert sie sämtliche Arbeit für ABC und beginnt mit der Arbeit am Storyboard für XYZ. Sie hat ein paar Fragen zum Inhalt und schickt sie dem Projektmanager, der sie dem SME weiterleitet. Während sie auf die Antworten wartet, macht sie an einer anderen Stelle des Storyboards weiter.

17:30 Uhr

Sie unterbricht ihre Arbeit an einer sinnvollen Stelle und speichert das Storyboard. Dann beantwortet sie die morgens zurückgestellten E-Mails und macht sich Notizen für den nächsten Tag.

18:00 Uhr

Feierabend!

 

Wie Sie sehen, ist der Arbeitsalltag eines Instruktionsdesigners sehr schnelllebig. Kaum ein Instruktionsdesigner arbeitet nicht gleichzeitig an mehreren Projekten – die sich alle in unterschiedlichen Stadien der Fertigstellung befinden. Prioritäten können sich von jetzt auf gleich verschieben. Jederzeit flexibel zu bleiben, ist also extrem wichtig. Das liegt nicht zuletzt daran, dass es sehr unterschiedlich lange dauert, bis Rückmeldung von einzelnen Kunden kommt. Manche antworten sofort, andere erst nach Tagen oder Wochen. Aber egal wie lange sie brauchen, sie erwarten stets, dass Sie sich sofort um ihre Angelegenheiten kümmern. Wenn Sie auch noch Projektmanager sind, können Sie den Ablauf etwas steuern, indem Sie Fristen für bestimmte Rückmeldungen setzen und den Kunden erklären, dass sie sich, sollten sie sich erst nach Ablauf der Frist zurückmelden, wahrscheinlich etwas gedulden müssen, weil das Team dann an einem anderen Projekt arbeitet.

Jedes Unternehmen ist anders. Das bedeutet, dass Sie – auch abhängig von der Größe des Teams – nicht unbedingt alle Tätigkeiten des obigen Beispiels ausführen werden, vielleicht aber auch noch mehr. In manchen Agenturen sind Instruktionsdesigner z. B. gleichzeitig auch E-Learning-Entwickler, in ganz kleinen auch noch Grafikdesigner und Projektmanager in einem.

In den folgenden Artikeln erfahren Sie noch mehr darüber, was sich hinter dem Begriff Instruktionsdesigner und anderen Berufsbezeichnungen der E-Learning-Branche verbirgt:

 

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