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3 essenzielle Dinge für Ihren Einstieg ins E-Learning-Design

3 essenzielle Dinge für Ihren Einstieg ins E-Learning-Design

von Tom Kuhlmann

Menschen kommen zu den unterschiedlichsten Zeitpunkten aus den unterschiedlichsten Richtungen in die E-Learning-Branche. Manche haben eine Mediendidaktik-Ausbildung, andere sind Quereinsteiger aus einem ganz anderen Bereich.

Was viele dieser Menschen vereint, ist, dass sie nicht unbedingt ein vollständiges Bild davon haben, was E-Learning bedeutet. In diesem Sinne habe ich in diesem Artikel 3 Dinge zusammengetragen, die in meinen Augen jeder wissen sollte, der eine Karriere im E-Learning-Bereich anstrebt.

Ein E-Learning-Kurs ist etwas grundsätzlich Anderes als ein Präsenzseminar

Ein Problem, mit dem viele Neulinge in der E-Learning-Welt zu kämpfen haben, ist, dass sie bestehende Materialien aus Präsenzveranstaltungen als Ausgangspunkt für die Entwicklung von E-Learning-Angeboten nehmen. Meist sind das PowerPoint-Präsentationen.

Es ist verlockend einfach, eine PPTX-Datei in ein E-Learning-Programm zu importieren, ein Quiz anzuhängen und es damit gut sein zu lassen. Für einen kurzen Compliance-Kurs mag das zur Not genügen, vielleicht auch für eine kurze jährliche Auffrischung. Denn in diesen Formaten geht es weniger ums Lernen als ums Verteilen von Informationen. Ideal ist der Ansatz auch hier nicht.

Der bessere Ansatz ist, eine Lernerfahrung zu erschaffen, die sich von der Veranstaltung im Seminarraum grundlegend unterscheidet. Wichtig ist, sich die Lernziele vor Augen zu halten, und Aktivitäten zu finden, mit denen ein tieferes Verständnis dieser Lerninhalte belegt werden kann. So verkommen die E-Learning-Einheiten nicht zu bloßen Faktenvehikeln, sondern entfalten ihr Potenzial als Katalysatoren für messbare Verbesserungen.

Über die Wichtigkeit von Lernzielen im E-Learning haben wir auf unserem Blog schon mehrfach gesprochen.

E-Learning ist ein ganz wesentlich visuelles Medium

Barrierefreiheit ist natürlich eine Priorität im E-Learning, aber davon abgesehen ist es ein visuelles Medium. Investieren Sie also Zeit und machen Sie sich mit Hintergründen und Methoden der Gestaltung und Informationsaufbereitung vertraut.

Weiterführende Gedanken und Empfehlungen zum visuellen Design und zur Barrierefreiheit finden Sie direkt hier auf diesem Blog.

Man ist nur so gut wie das eigene Wissen um die Software

Wenn Sie Ihr Autorentool nur rudimentär beherrschen, werden Sie auch nur rudimentäre Kurse erstellen können. Machen wir uns nichts vor: Es kostet Zeit, sich wirklich mit einer Software vertraut zu machen. Diese Zeit müssen Sie investieren, wenn Sie wirklich in der E-Learning-Branche Fuß fassen möchten. Ich sage Ihnen gern, warum:

  • Je besser Sie sich mit Ihrem Autorentool auskennen, desto effizienter können Sie arbeiten. So sparen Sie Zeit, die Sie wieder für andere Dinge verwenden können.
  • Mit fortschreitendem Softwarewissen steigen auch Ihre Problemlösungskompetenzen. Jedes Tool hat bestimmte Funktionen, aber je erfahrener Sie werden, desto spannendere Möglichkeiten werden Sie finden, diese Funktionen zu nutzen. Dazu müssen Sie aber wissen, was die Funktionen können und was nicht.
  • Ihre Lerneinheiten werden interessanter, spannender und effektiver. Wenn Sie z. B. nicht wissen, wie man Variablen einsetzt, schränkt das Ihre Möglichkeiten deutlich ein. Wenn Sie sich die Funktion aber einmal angeeignet haben, erschaffen Sie plötzlich alle möglichen Kurse mit ganz unterschiedlichen Interaktionen.

Am meisten lernen Sie durchs praktische Tun und durchs Ausprobieren. Im Arbeitsalltag kann das schwer sein, denn oft stehen Sie da unter Zeitdruck oder müssen sich innerhalb sehr enger Vorgaben bewegen.

Deshalb lege ich Ihnen die wöchentlichen E-Learning-Challenges auf E-Learning Heroes wärmstens ans Herz. Das sind kleine Aufgaben, zu denen die Mitglieder der Community aufgerufen sind, Ideen zu entwickeln und Projekte einzureichen. Das müssen beileibe keine fertigen Kurse sein, ein einfaches Beispiel, eine kurze Interaktion reichen oft schon. Es geht einfach darum, die eigene Kreativität anzukurbeln, zu experimentieren und voneinander zu lernen.

Jede Woche teilzunehmen, ist ehrgeizig, aber nehmen Sie sich doch mindestens vor, einmal pro Quartal mitzumachen. Und sehen Sie sich zwischendurch einfach an, was andere so produzieren. Auch das kann Sie schon auf neue Ideen für Ihre eigene Arbeit bringen.