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Diese 3 Fragen sollten Sie sich stellen, bevor Sie Interaktionen in E-Learning-Kurse einbauen

Diese 3 Fragen sollten Sie sich stellen, bevor Sie Interaktionen in E-Learning-Kurse einbauen
3 Faktoren, die Sie berücksichtigen sollten, bevor Sie interaktive Elemente hinzufügen

Auf diesem Blog haben wir schon oft darüber gesprochen, wie sich statische Inhalte ansprechender gestalten lassen, sei es durch Personalisierung, Animation oder Interaktivität.

Doch interaktive Elemente machen die Lernerfahrung nicht automatisch besser. Interaktivität an der falschen Stelle bedeutet einfach nur mehr Klicks, die nötig sind, bis die gewünschte Information angezeigt wird. Wenn Sie einmal nicht ganz sicher sind, wann Sie aus Ihrem Stoff ein Szenario mit allem Drum und Dran machen sollen, und wann Sie den Ball lieber flachhalten, finden Sie hier einige interessante Denkanstöße.

Wie lautet das Lernziel?

Im Allgemeinen haben Instruktionsdesigner mit zwei Arten von Lernzielen zu tun:

Vermittlung von Informationen

Hierbei geht es gewöhnlich darum, den Teilnehmern etwas mitzuteilen, das sie kennen oder wissen müssen, beispielsweise den Inhalt von Unternehmensrichtlinien oder gesetzliche Vorgaben.

Hier geht es um reines Faktenwissen. Es stellt sich also durchaus die Frage, ob ein E-Learning-Kurs überhaupt angebracht ist, oder ob nicht eine andere Präsentationsform sinnvoller ist, z. B. ein Glossar oder eine schlichte Arbeitshilfe.

Erwerb oder Vertiefung von Fähigkeiten

Hier geht es natürlich auch um die Vermittlung von Informationen, aber mit dem Zweck, die Teilnehmer eine neue Fähigkeit lernen oder eine bestehende vertiefen zu lassen. Die Anwendung des Wissens ist also mindestens genauso wichtig wie das Wissen selbst.

Hierfür braucht es Zeit, Übung und ein wenig Anleitung. Deshalb eignen sich für diese Art E-Learning-Kurs interaktive Szenarien so gut. Am besten solche, die es schaffen, komplexe Abläufe in kleinere Abschnitte zu unterteilen, damit die neuen Fähigkeiten stückweise gelernt und geübt werden können. Einen Gabelstapler fahren zu lernen, ist zum Beispiel kompliziert. Anstatt hier eine Interaktion zu erschaffen, in der sämtliche Steuerungselemente vorgestellt werden, bietet es sich an, die einzelnen Elemente gestaffelt nacheinander vorzustellen und einzeln einüben zu lassen.

Interaktionen wie Szenarien oder Simulationen geben den Lernenden eine risikofreie Umgebung, in der sie ihr neu erworbenes Wissen testen und anwenden können, ohne sich um die Konsequenzen sorgen machen zu müssen. In unserem Gabelstaplerbeispiel könnte es nach der Vorstellung der einzelnen Steuerelemente eine Simulation geben, in der alle im Zusammenspiel eingesetzt werden. Da es nur eine Simulation ist, macht es nichts, wenn dabei zunächst Fehler passieren.

Ist die Interaktion relevant?

Vor vielen Jahren hatte eine unserer Kolleginnen mit einem Kunden zu tun, der ein Trainingsprogramm für neue Vertriebsmitarbeiter einrichten wollte. Der Kunde stellte sich einen interaktiven Kurs zur Unternehmensgeschichte vor, bei dem die Lernenden zunächst einen Avatar auswählen und dann wichtige Teile der Firmenhistorie erkunden sollten, um sich mit der ereignisreichen Vergangenheit des Unternehmens vertraut zu machen. Zugegebenermaßen ein cooles Konzept. Aber es bedeutete, dass sich die neuen Vertriebsmitarbeiter eine Stunde mit Inhalten beschäftigen mussten, die eigentlich nicht hilfreich oder relevant für sie waren. Und letztlich brachte es ihnen nichts für ihre tatsächliche Arbeit: den Verkauf von Produkten.

Bei Trainingsinhalten kommt es vor allem auf Relevanz an. Wenn Ihre Informationen leicht verständlich sind und den Mitarbeitern beim Ausüben ihrer Tätigkeiten helfen, müssen Sie sie gar nicht versuchen mit interaktiven Elementen aufzupeppen.

Wie und wo wird auf die Interaktion zugegriffen?

Ein weiterer wichtiger Aspekt ist der Kontext, in dem die Zielgruppe des Kurses auf Ihren Kurs zugreift. Nehmen wir beispielsweise einen Kommunikationstechniker. Wenn er eine Einweisung in die Einrichtung eines neu auf den Markt gebrachten Routers erhalten soll, eignet sich eine Interaktion hervorragend. Wenn diesem Techniker aber ein Kunde über die Schulter sieht, ist es nicht sehr hilfreich, wenn er zunächst eine 30-minütige interaktive Simulation absolvieren muss, um beim Kunden eine fehlerhafte Einstellung zu korrigieren.

Fazit

Wie lautet das Lernziel? Ist die Interaktion relevant? Wie und wo wird der Kurs eingesetzt? Wenn Sie sich diese 3 Fragen stellen, bevor Sie Zeit und Geld in die Entwicklung von interaktiven Elementen investieren, laufen Sie keine Gefahr, mühsam Interaktionen einzubauen, die keiner braucht. Die Fragen können Ihnen auch dabei helfen, die Interaktionen, die Sie tatsächlich einbauen, zielgerichteter zu gestalten und den Teilnehmern so eine noch rundere Lernerfahrung zu bieten.

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