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Das Kontiguitätsprinzip: Zusammengehörigkeit von Text und Bild

Das Kontiguitätsprinzip: Zusammengehörigkeit von Text und Bild
Das Kontiguitätsprinzip: Zusammengehörigkeit von Text und Bild

Heute setze ich unsere Serie zu den auf Forschung basierenden “Multimedia Learning”-Prinzipien von Richard Mayer fort. In einem früheren Blogartikel habe ich bereits das Redundanz-Prinzip vorgestellt. Dieses Mal sehen wir uns an, was er und seine Kollegen über die Positionierung von Text mit der damit verbundenen Grafik für E-Learning herausgefunden haben.

Mayers Forschung und sein Team zeigen, dass Sie bessere Lernergebnisse erhalten, wenn Bilder und der dazugehörige Text beieinander angeordnet sind, daher der Name Kontiguitätsprinzip (Contiguity Principle). In jeder der acht Studien, die Mayer zu diesem Thema durchgeführt hat, wurde das Lernen auf Bildschirmseiten, bei denen Texte in visuelle Elemente eingebettet sind, um 68 % verbessert, im Vergleich zu denen, wo sie voneinander getrennt waren.

Kontiguitätsprinzip
Ergibt Sinn, oder? Wenn die Texte von den Grafiken getrennt sind, die sie beschreiben, müssen die Lernenden eine höhere kognitive Anstrengung aufbringen, um die Verbindung nachzuvollziehen. Das fällt bedeutend leichter, wenn der Zusammenhang sofort ersichtlich ist.

Hier sind zwei verschiedene Versionen derselben Grafik, die das verdeutlichen:

Auf der linken Seite erscheinen die Legenden nicht direkt neben den Gegenständen, die sie beschreiben. In der Version rechts wurde das Diagramm verbessert, indem die Beschriftungen direkt neben den Gegenständen platziert sind. Welche Version von beiden ist schneller und einfacher zu verstehen? Die Mehrheit würde bei dieser Frage ohne lange zu überlegen auf die rechte Seite zeigen, die nach dem Prinzip der räumlichen Kontiguität angeordnet ist.

Um Ihre Lerninhalte so einfach wie möglich Ihren Lernenden zugänglich zu machen, sollten Sie sie so gestalten, dass zusätzlicher (und eigentlich unnötiger) kognitiver Aufwand vermieden wird. Und das ist umso wichtiger, je komplexer die Lerninhalte sind.

Manchmal ist es einfacher gesagt als getan, dieses Kontiguitätsprinzip anzuwenden. Zum Beispiel wenn der Platz begrenzt ist oder der Text Ihr Schaubild beeinträchtigt. Eine mögliche Lösung wäre, in diesem Fall Marker zu verwenden oder eine Click-and-Reveal-Interaktion zu erstellen. Dadurch könnten Sie an den jeweiligen Stellen Platzhalter positionieren, die beim Anklicken weitere Informationen anzeigen, ohne dass die Grafik oder die Seite überladen wirkt.

Sehen Sie selbst, wie diese Interaktion aussehen kann, wenn Sie Marker und Beschriftungen in Rise verwenden:

>> Link zur Vorschau

Mit den Markern erscheint die Beschreibung an der richtigen Stelle, aber die Grafik wirkt immer noch aufgeräumt und man kann alle Einzelheiten weiterhin gut erkennen.

 

Literatur:

Clark, R. C., and R. E. Mayer. E-Learning and the Science of Instruction, 2nd edition (San Francisco: Pfeiffer, 2007).
Mayer, R. E., “Introduction to Multimedia Learning,” in R. E. Mayer, ed. The Cambridge Handbook of Multimedia Learning (New York: Cambridge University Press, 2005).

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