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Erste Schritte im Multi-Device E-Learning

Erste Schritte im Multi-Device E-Learning
Erste Schritte im Multi-Device E-Learning

E-Learning ausschließlich für Desktop-Computer entwickeln? Das war einmal.  Wer heute an E-Learning-Kursen teilnimmt, wechselt täglich zwischen Laptop, Tablet und Smartphone hin und her, je nachdem, welches Gerät gerade zur Hand ist. Wenn Sie also die Lernenden von heute erreichen wollen, müssen Sie sicherstellen, dass Ihre Kurse auf jedem Gerät funktionieren.

Wenn Sie diesen Artikel lesen, teilen Sie diese Meinung wahrscheinlich eh schon, aber nur weil Sie dem Konzept von Multi-Device E-Learning beipflichten, heißt das noch nicht, dass es ein Leichtes wäre, es in Ihrem Unternehmen umzusetzen.

Deshalb möchten wir Ihnen hier ein paar Tipps an die Hand geben, die den Übergang zu professionellem Multi-Device E-Learning für Sie und Ihre Kollegen hoffentlich leichter machen.

Bevor Sie loslegen

Die Versuchung ist groß, ohne jegliche Planung direkt mit der Erstellung von responsiven Kursen anfangen zu wollen. Bevor Sie jedoch loslegen, sollten Sie sich die Konsequenzen bewusst machen, die diese Veränderung mit sich bringt. Wir empfehlen Ihnen, sich zunächst diese Fragen zu stellen:

  • Inwiefern werden sich Ihre Design- und Entwicklungsabläufe ändern?
  • Wie können Sie sicherstellen, dass Ihre Kurse auch auf Mobilgeräten benutzerfreundlich dargestellt werden?
  • Auf welche Materialien werden die Lernenden von Ihren Mobilgeräten aus zugreifen müssen?
  • Gibt es in Ihrem Unternehmen andere Abteilungen, auf die Sie in der Erstellung der Kurse angewiesen sind? Falls ja, wie sichern Sie sich deren Mitarbeit?
  • Sind Ihre Lernenden gut auf Multi-Device E-Learning vorbereitet? Diese Checkliste kann Ihnen dabei helfen, das herauszufinden.
  • Ist Ihr Unternehmen gut auf Multi-Device E-Learning vorbereitet? Nutzen Sie dazu diese Checkliste.

Die Umstellung auf Multi-Device E-Learning muss kein gewaltiges Unterfangen sein. Es ist aber in jedem Fall sinnvoll, sich im Vorfeld über diese Dinge Gedanken zu machen, um den Wechsel so reibungslos wie möglich zu gestalten.

Web-basiert oder Folien-basiert?

Die zwei verbreitetsten Ansätze im Multi-Device E-Learning sind Web-basierte und Folien-basierte Kurse. Aber welcher ist für Ihr Unternehmen der beste? Gute Frage! Zum Glück lautet die Antwort, dass Sie nicht für jedes Projekt denselben Ansatz wählen müssen. Je nach Inhalt des Kurses und Anforderung der Lernenden können Sie zwischen diesen beiden Ansätzen hin und her wechseln. Lassen Sie uns die beiden Ansätze etwas näher beleuchten und besprechen, wonach Sie sich im konkreten Fall für den einen oder den anderen entscheiden sollten.

Folien-basiertes E-Learning

Folien-basierte Kurse waren lange Zeit die Norm und sind immer noch sehr verbreitet. Folien-basierte Kurse können Sie mit Apps wie Storyline erstellen, mit denen Sie als Kursdesigner Text, Bilder, Videos und andere Inhalte nach Belieben auf Folien anordnen können.

In Folien-basierten Kursen ist die Anordnung der Objekte zueinander oft wichtig. In diesem Compliance-Kurs (auf Englisch) z. B. ergäbe es überhaupt keinen Sinn, wenn eine Figur plötzlich über einer anderen auftauchte anstatt neben ihr. Deshalb können Folien-basierte Kurse je nach Bildschirmgröße nach oben und unten skaliert werden. Die Anordnung der Objekte auf der Folie sollte jedoch bestehen bleiben.

Hier sind ein paar Beispiele für Projekte, bei denen ein Folien-basierter Ansatz sinnvoll ist:

  • Szenario-basierte Kurse, wie der oben verlinkte Compliance-Kurs, in denen die Anordnung der Figuren oder Bilder zueinander wichtig ist.
  • Andere Kurse, bei denen die Position der Objekte auf dem Bildschirm relevant ist, z. B. wenn der Kurs Diagramme enthält, in denen Pfeile auf bestimmte Bereiche zeigen.
  • Projekte mit sehr spezifischen Vorgaben an Design und Layout. Einer der Nachteile bei Web-basierten Kursen ist, dass Objekte dynamisch angeordnet werden, Sie also nicht so präzise festlegen können, wie Ihr Kurs auf jedem einzelnen Gerät angezeigt wird. Wenn der Kunde also z. B. möchte, dass sein Logo immer an einer bestimmten Stelle des Bildschirms angezeigt wird, ist ein Folien-basierter Ansatz die bessere Wahl.

Web-basiertes E-Learning

Der Web-basierte Ansatz in der E-Learning-Erstellung ist vergleichsweise jung, erfreut sich aber zusehends größerer Beliebtheit. Web-basierte Kurse sind eher wie Mini-Websites strukturiert und nicht so sehr, wie eine Reihe von Folien, durch die sich die Lernenden eine nach der anderen klicken. Die Bedienung Web-basierter Kurse ist oft intuitiver, und die Kurse sind meist vollständig responsiv, d. h. die Inhalte werden je nach Größe und Ausrichtung des Bildschirms dynamisch angeordnet. Mit Autorentools wie Rise können Sie Kurse erstellen, die von Hause aus responsiv sind – und das ohne jegliche Programmier-Kenntnisse!

Warum ist responsives Design nur in web-basierten Kursen möglich? Das liegt daran, dass – im Gegensatz zu Folien-basierten Kursen – die Anordnung der Texte und Objekte zueinander in Web-basierten Kursen nicht festgelegt ist. So können die einzelnen Elemente dynamisch an die Bildschirmgröße und -ausrichtung angepasst werden, ohne den Ablauf und Inhalt des Kurses zu beeinträchtigen. Das klingt alles etwas abstrakt? Ein konkretes Beispiel eines responsiven Web-basierten Kurses sehen Sie hier. Es wurde mit Articulate Rise erstellt.

Weitere Beispiele für Projekte, bei denen sich ein Web-basierter Ansatz eignet, sind:

  • Einfach gestrickte Kurse, bei denen die Anordnung der einzelnen Elemente zueinander keine Rolle spielt, z. B. wenn Sie Text und ein dazu passendes Bild haben, es für den vermittelten Inhalt aber egal ist, ob das Bild über, unter oder neben dem Text angezeigt wird.
  • Video-basierte Kurse. Da der Inhalt ins Video eingebettet ist, ändert sich nichts, wenn das Video selbst an anderer Stelle angezeigt wird.
  • Ratgeber und Anleitungen. Bei diesen Kursen geht es darum, zu erklären, wie etwas getan werden muss. Ablauf-, Zeitleisten-, Registerkarten- und Akkordeon-Interaktionen sind hier ideal, um die Lernenden zu aktivieren und sich die Inhalte anzeigen zu lassen, die sie gerade brauchen. Diese Arten von Interaktionen lassen sich sehr leicht dynamisch an Bildschirme anpassen, ohne dass sich am didaktischen Inhalt etwas ändert.
  • Quiz und Tests. Quizfragen folgen einem recht strikten Format (eine Frage mit Antwortmöglichkeiten). Das responsiv darzustellen ist ein Klacks!

Für das kleinste Gerät entwickeln

Wenn Sie Multi-Device E-Learning mit einem Folien-basierten Autorentool wie Storyline 360 erstellen, sollten Sie beim Design der Folien immer das kleinste Gerät im Hinterkopf haben. Warum? Weil das das Gerät mit den stärksten Einschränkungen sein wird. Welche Fragen Sie sich dabei stellen sollten, haben wir hier einmal aufgeführt:

  • Länge des Kurses. Wenn Lernende Ihren Kurs auf Ihrem Mobilgerät konsumieren, bedeutet das vermutlich, dass sie unterwegs lernen. Das wiederum bedeutet, dass sie wahrscheinlich keine Zeit für einen 40-minütigen Kurs haben. Versuchen Sie, Ihre Kurse deshalb in kürzere Einheiten zu unterteilen, damit die Lernenden den jeweiligen Abschnitt am Stück bewältigen und abschließen können. Und auch die, die zu Hause oder am Arbeitsplatz lernen, sind bestimmt dankbar um kürzere Einheiten, weil sie diese leichter zwischen anderen Terminen und Verpflichtungen unterkriegen.
  • Dateigröße. Wenn Lernende Ihren Kurs auf dem Smartphone nutzen, laden Sie die nötigen Daten unter Umständen über das mobile Netz herunter. Deshalb sollten Sie Bilder und Videos so stark wie möglich komprimieren, um nicht unnötiges Datenvolumen zu generieren.
  • Lesbarkeit. Gerade für die Betrachtung auf kleinen Bildschirmen sollten die gewählten Schriftarten klar und schnörkellos sein. Bei der Auswahl der Schriftart sollten Sie auch darauf achten, dass sich die Textgröße für verschiedene Bildschirmgrößen skalieren lässt. Je nach Schriftart kann die tatsächlich angegebene Schriftgröße anders ausfallen, aber Arial 16 ist eine gute Richtgröße. Testen Sie die Darstellung im Zweifel selbst auf verschiedenen Geräten.
  • Größe der Schaltflächen. Bestimmt haben Sie schon mal auf Ihrem Smartphone eine Website besucht, die nicht für Mobilgeräte optimiert war. Und sind Sie beim Versuch, auf eine Schaltfläche zu tippen, versehentlich auf der daneben gelandet? Das nervt, nicht wahr? Damit Ihren Lernenden das nicht widerfährt, sollten Ihre Schaltflächen groß genug und weit genug auseinander angeordnet sein. Eine eiserne Regel, wie viele Pixel groß eine Schaltfläche im Idealfall sein sollte, gibt es zwar nicht, aber in diesem Artikel (auf Englisch) finden Sie ein paar nützliche Tipps zu diesem Thema.
  • Relevanz von Grafiken. Als Instruktionsdesigner wissen Sie, dass zu viele dekorative Grafiken den Lernfortschritt behindern können. Auf Mobilgeräten mit ihren kleinen Bildschirmen gilt das umso mehr. Gehen Sie Ihr Bildmaterial durch und streichen Sie alles, was nicht absolut nötig ist. Wenn Sie nicht sicher sind, ob eine Grafik nötig ist oder nicht, probieren Sie es aus: Entfernen Sie sie aus dem Kurs. Kommt der gewünschte Lerninhalt auch so noch unverfälscht rüber? Wunderbar! Dann haben Sie Ihren Kurs wieder um ein Stück schlanker gemacht. Fehlt doch etwas? Dann bauen Sie die Grafik wieder ein.

Falls Sie den Eindruck haben, dass das alles zu viel für Sie ist, keine Sorge! Zum Glück gibt es Autorentools wie Rise, die Ihnen sämtliche Arbeit rund um die Responsivität abnehmen. Sie fügen einfach Ihre Inhalte und Medien ein, und Rise kümmert sich um den Rest. Rise-Kurse sind von Hause aus responsiv, automatisch!

Das passende Autorentool wählen

Es gibt jede Menge Autorentools auf dem Markt, die versprechen, ideal für Multi-Device E-Learning geeignet zu sein. Wenn Sie in diesem Bereich jedoch noch nicht so viele Erfahrungen gesammelt haben, kann es schwer sein, zu entscheiden, welches Tool das beste für Ihre Anforderungen ist. Hier sind ein paar Fragen, die Sie sich in diesem Zusammenhang stellen sollten:

  • Können Sie mit dem Tool Kurse erstellen, die auf jedem beliebigen Gerät perfekt dargestellt werden und brillant aussehen? Oder müssen Sie mit „unterstützten“ Geräten hantieren? Die Lernenden auf eine bestimmte Gruppe von Geräten zu beschränken, ist nahezu unmöglich. Daher sollten Sie eine Softwarelösung wählen, mit der Sie Kurse für alle Geräte erstellen können.
  • Werden die mit der Software erstellten Kurse automatisch an verschiedene Bildschirmgrößen und -ausrichtungen angepasst? Oder müssen Sie die Inhalte jeweils manuell neu anordnen? Zeit ist Geld. Niemand will Stunden damit zubringen, Inhalte herumzuschieben, damit sie auf verschiedenen Geräten ordentlich dargestellt werden. Wählen Sie also eine Software, die das alles für Sie übernimmt, z. B. Rise oder Storyline 360. Mit Rise können Sie automatisch responsive Kurse erstellen. Einfach Inhalte einfügen, und fertig. Und für die Folien-basierten Kurse, die Sie mit Storyline erstellen können, passt sich der eingebaute Player automatisch an die jeweilige Bildschirmgröße an.
  • Nutzt die Software den verfügbaren Platz auf dem Bildschirm optimal aus, indem unwichtige Elemente (wie Browser-Leisten und Navigationsschaltflächen) auf kleineren Geräten ausgeblendet werden? Die Darstellungsgröße des Kurses anzupassen, ist nur die halbe Miete. Ist Ihnen schon einmal aufgefallen, dass die Navigation auf mobiloptimierten Websites anders funktioniert als auf den Desktop-äquivalenten? Auch für E-Learning-Kurse sollte die Navigation an das jeweilige Gerät angepasst werden, damit der eigentliche Kursinhalt immer den Hauptfokus behält. Das Autorentool Ihrer Wahl sollte diese Funktion also anbieten.

Diese Vergleichsaufstellung bekannter Autorentools kann Ihnen bei der Auswahl hoffentlich behilflich sein. Und in diesem Artikel haben wir noch weitere allgemeine Überlegungen zur Auswahl des passenden Autorentools zusammengetragen: 9 Überlegungen zur Auswahl des richtigen E-Learning-Autorentools.

Trauen Sie sich! Multi-Device E-Learning ist kein Hexenwerk

Der Wechsel zum Multi-Device E-Learning mag auf den ersten Blick eine gewaltige Hürde darstellen, aber mit den Tipps aus diesem Artikel haben sie eigentlich alles an der Hand, was sie brauchen, um den Übergang reibungslos gestalten zu können. Atmen Sie einmal tief durch, nehmen Sie ruhig einen Schritt nach dem anderen in Angriff, und ehe Sie es sich versehen, sind Sie Profi im Bereich Multi-Device E-Learning.

Zum Abschluss noch ein paar weitere Quellen, mit denen Sie noch tiefer ins Thema einsteigen können:

Artikel

E-Book

 

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