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Wie unterscheiden Sie wichtige von weniger wichtigen Lerninhalten für Ihr E-Learning?

Wie unterscheiden Sie wichtige von weniger wichtigen Lerninhalten für Ihr E-Learning?
Wichtige von weniger wichtigen Lerninhalten unterscheiden

Kennen Sie das? Sie haben ein E-Learning-Projekt übernommen und als Grundlage für die Lerninhalte bekommen Sie eine 100-seitige PowerPoint-Präsentation mit der Aussage „Darin finden Sie alles Wichtige!“.

Nun ja, meistens sieht es bei genauer Betrachtung etwas anders aus. Die Wahrscheinlichkeit ist hoch, dass nur ein kleiner Teil davon wirklich relevant ist und der Rest entweder als Zusatzinformation gelten oder sogar ganz aussortiert werden kann. Als Instructional Designer ist es Ihre Aufgabe, dazwischen zu unterscheiden und die wichtigen von den weniger wichtigen Inhalten zu trennen.

Anhand eines Beispiels bedeutet das: Nehmen wir mal an, Sie sollen einen Kurs erstellen, wie man einen Autoreifen wechselt. Würden Sie in diesem Zusammenhang die Geschichte des Autos oder Unterschiede von verschiedenen Autoreifentypen erklären? Oder würden Sie auf die Beschaffenheit von Autoreifen eingehen?

Natürlich nicht. Sie würden sich auf die einzelnen Schritte konzentrieren, die man benötigt, um einen Reifen zu wechseln. Das ist die eigentliche Aufgabe und das ist auch genau das, was Ihre Lernenden nach Absolvieren des Kurses wirklich wissen müssen. Alles andere wäre „nice to know“, würde aber von den eigentlichen Lernzielen ablenken und die Lernenden mit zu viel Informationen überfordern (im schlimmsten Fall sogar irritieren).

Wie können Sie nun vorgehen, um die Lerninhalte nach ihrer Wichtigkeit zu sortieren? Hier ein paar grundlegende Tipps:

Das sollten Sie tun:

  • Betrachten Sie die Informationen im Gesamtzusammenhang – wie nah sind sie am eigentlichen Kurs- und Lernziel?
  • Stellen Sie Fragen, um mehr über die Bedeutung und Relevanz der Informationen herauszufinden.
  • Finden Sie heraus, wie die Informationen im Arbeitsalltag eingesetzt werden.
  • Erkundigen Sie sich, wie oft die Informationen tatsächlich im Alltag benötigt und eingesetzt werden.
  • Finden Sie heraus, ob und welche Konsequenzen es haben könnte, eine der Informationen nicht zu wissen.
  • Machen Sie eine Aufgabenanalyse, um genauer zu verstehen, welche Einzelschritte für das Durchführen einer Aufgabe wirklich benötigt werden und welche redundant sind.

Das sollten Sie vermeiden:

  • Verlassen Sie sich nicht auf die Aussage der Experten, dass „alles wichtig“ sei.
  • Stellen Sie Ihren Subject Matter Experts nicht die Frage „Ist dieses Wissen wirklich relevant?“ – sie würden sehr wahrscheinlich mit Ja antworten. Verwenden Sie stattdessen offene Fragen.
  • Vermeiden Sie es, „Nice to know“-Inhalte als Füllstoff zu verwenden, um wirklich alle Grundlagen abzudecken und den Kurs wichtiger erscheinen zu lassen. Auch Grundlagenkurse sollten sich auf das Wesentliche beschränken.
  • Verlieren Sie nicht Ihre Zielgruppe aus den Augen. Finden Sie heraus, welche Vorkenntnisse sie haben und was sie brauchen, um darauf aufbauen zu können.

Denken Sie insgesamt daran, dass als Ergebnis eines E-Learning-Kurses eine Leistungsverbesserung erwartet wird. Der Kurs soll absolviert werden, um zu lernen, wie etwas zu tun ist oder um Wissen zu erwerben, das im Arbeitsalltag angewendet werden soll. Da Zeit knapp bemessen ist, sollte er sich wirklich nur auf das Wesentliche konzentrieren.

Dies sind also ein paar meiner Tipps zum Filtern und Sortieren der Inhalte. Die Liste ist bestimmt nicht vollständig, deshalb lade ich Sie ein, sie über die Kommentarfunktion mit Ihren eigenen Erfahrungen zu ergänzen!

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